Mit seiner schönen Eisfläche lädt der Dättwiler Weiher in diesen Tagen geradezu ein, sich die Schlittschuhe anzuziehen und einige Runden darauf zu drehen. Dieser Gedanke verfliegt aber, sobald man auf die Schilder mit der Aufschrift «Betreten der Eisfläche verboten! Lebensgefahr» trifft.

Das war nicht immer so: Das Schlittschuhlaufen auf dem «städtischen Eisfeld» war früher Tradition. «Der Eisweiher hat seine grosse Zeit. Die schöne und kalte Witterung hat gestern halb Baden hinausgelockt und Jung und Alt ergingen sich im gesunden Schlittschuhsport», schrieb das «Badener Tagblatt» am 14. Januar 1929.

Doch weshalb kann man sich heute nicht mehr auf der Eisfläche vergnügen? «Letztmals wurde der Weiher im Februar 1984 zum Schlittschuhlaufen freigegeben», sagt der Leiter des Werkhofs Baden, Thomas Stirnemann.

Nach 1984 seien die Winter nicht mehr so kalt gewesen und der Weiher «wurde systematisch zum Naturschutzgebiet aufgewertet». Dazu würden etwa umgestürzte Bäume, die nicht entfernt werden, sowie instabile Uferpartien gehören. Zudem gebe es heute drei Wasserzuläufe. «In diesen Bereichen gefriert der Weiher nicht oder das Eis ist nicht genug dick», sagt Stirnemann.

Eis musste 12 bis 15 cm dick sein

Dass das Schlittschuhlaufen auf dem Dättwiler Weiher allseits beliebt war, zeigt ein Antrag der Forstkommission von 1914. Sie forderte, dass den ganzen Winter hindurch eine «Schlittschuhlauf-Gelegenheit» geschaffen werden soll. Spätestens ab den 1920er-Jahren konnte sich das Volk in der Sporthütte beim Weiher aufwärmen und ein heisses Getränk geniessen.

1930 wurde gar eine «Kraftverstärker-Anlage» installiert, wodurch insbesondere die Schüler nun «unter erstklassiger Musikbegleitung den schönen Sport» ausüben konnten, schrieb das BT. Freigegeben wurde die Eisfläche jeweils ab einer Dicke von 12 bis 15 Zentimetern, sagt Stirnemann.

Für den Unterhalt war damals der Werkhof zuständig: «Von Hand und mit dem Pflug wurde zuerst die Fläche von Schnee befreit und anschliessend mit der Walzenbürste gereinigt.» Gratis war das Schlittschuhlaufen allerdings nicht. 1921 mussten Erwachsene 50 Rappen bezahlen, Kinder 20 Rappen.

Was würde passieren, wenn sich heute jemand dennoch auf das gefrorene Gewässer wagen würde? «Betritt jemand trotz Verbotsschild den Weiher, macht er dies auf eigene Verantwortung», sagt Stirnemann.