Die Party «Zuflucht im Graben» ist abgesagt. Bereits zum dritten Mal hatte die «Kiste Baden» zur Tagesparty am Nationalfeiertag geladen, wie bereits letztes Jahr hätte sie auf dem Kiesplatz unterhalb der Hochbrücke stattfinden sollen.

Doch auf Facebook lassen die Veranstalter nun verlauten: «Trotz Bewilligung der Stadt Baden haben wir nachträglich zusätzliche Auflagen erhalten, welche wir nicht einhalten können und wollen.»

Zeitliche Einschränkungen

Konkret habe die städtische Gewerbepolizei in zwei Schritten die Abspielzeiten für die Musik eingeschränkt. «Wir wollten ursprünglich, wie letztes Jahr, vom Mittag bis Mitternacht Musik abspielen», erklärt Jorin Schmitz, Mitinhaber der Kiste GmbH. «In der letzten Auflage erlaubte die Stadt nur noch laute Musik von 18 bis 23 Uhr.» Die restliche Zeit hätte nur leisere Hintergrundmusik gespielt werden dürfen.

Martin Brönnimann, Kommandant der Stadtpolizei, erklärt: «Wir haben ein Gesuch erhalten, welches wir anschliessend jedoch zurückweisen mussten.» Eine zwölfstündige Dauerbeschallung sei nicht tragbar. Nach diversen Verhandlungen warte die Stadt nun auf eine korrigierte Fassung der Veranstalter. «Wir hatten uns darauf geeinigt, dass laute Musik nur vom frühen Abend bis um 23 Uhr gespielt werden darf, die restliche Zeit sei nur Hintergrundmusik erlaubt», sagt er.

Schmitz kann dies nicht verstehen: «Der 1. August ist wie geschaffen für eine solche Tagesparty. Die Leute sind sowieso draussen unterwegs und wir konnten letztes Jahr 1000 Personen für das Fest begeistern.» Für dieses Jahr hätten die Veranstalter sogar noch etwas mehr Gäste erwartet. Martin Brönnimann erklärt, die Stadt müsse auch die Interessen der Anwohner und anderen Beteiligten berücksichtigen. «Die Beschwerden nach dem letztjährigen Fest können wir nicht einfach ignorieren.»

Party-Veranstalter Schmitz sagt: «Die Stadt hat uns letztes Jahr versichert, erneut ein Fest durchführen zu können. Von den aktuellen Auflagen sind wir enttäuscht.» Brönnimann präzisiert: «Wir hatten der «Kiste» letzten Sommer mitgeteilt, dass wir einem nächsten Fest grundsätzlich positiv gegenüberstehen.»

Die Veranstalter haben die Party im Graben nun abgesagt, unabhängig davon wird die Afterparty in der «Kiste» wie geplant stattfinden. Für nächstes Jahr plant das Trio um Schmitz wieder eine Party am 1. August. Er werde frühzeitig auf die Stadt zugehen und «notfalls einen Platz ausserhalb von Baden suchen», sagt Jorin Schmitz.

Kein Mangel an kreativen Ideen

Das Team der «Kiste» glänzt auch neben der Party «Zuflucht im Graben» mit originellen Ideen. So wurde diesen Monat kurzerhand eine Bar um den grossen Mammutbaum vor dem Club errichtet. Doch Ende Monat schliesst die Outdoor-Bar «Mammut Garten» bereits wieder, dann nämlich fällt der Baum der Baustelle auf dem Schulhausplatz zum Opfer. «Wir haben viele Komplimente für das Projekt erhalten», sagt Schmitz. Es habe lediglich eine Beschwerde gegeben, die dazu geführt hat, dass die Hintergrundmusik nur noch bis 22 Uhr gespielt werden darf. «Das ist aber nicht weiter schlimm für uns», bestätigt Schmitz. «Wir wollten mit dem ‹Mammut Garten› keinen Partybereich schaffen, sondern eher eine Alternative zum Biergarten.»

Bald schon steht der «Kiste» eine lange und laute Baustelle vor der Türe, doch für die Zeit danach hegt Schmitz bereits neue Pläne: «An der Neuenhoferstrasse entsteht ein kleiner Platz, diesen würden wir sehr gerne mitgestalten und als Aussenbereich nutzen.»