Lockdown-Ende

Trotz Coronakrise: Langsam kehrt die Hoffnung in Baden beim Gewerbe zurück

Das Gewerbe kehrt in kleinen Schritten zurück zur Normalität, wie hier die Buchhandlung Librium in Baden.

Das Gewerbe kehrt in kleinen Schritten zurück zur Normalität, wie hier die Buchhandlung Librium in Baden.

Die Badener Standortförderung fühlt laufend den Puls des Gewerbes: Die Stimmung sei weitgehend konstruktiv.

Mit kleinen Schritten versuchen die Gewerbler seit Anfang dieser Woche wieder in die Normalität zurückzufinden. Die Wiedereröffnung der Läden braucht kreative Lösungen, viel Bedacht und Rücksichtnahme. Aber die Krise ist längst nicht ausgestanden. Das sieht auch Thomas Lütolf so, der städtische Standortförderer in Baden. «Es ist schwierig für uns, ein umfassendes Bild zu machen», sagt ­Lütolf. Er schätze, dass das Badener Gewerbe etwa im Schweizer Durchschnitt liege, wenn es darum geht, wie die Unternehmen durch die Krise kommen. «Wir machen Stichproben und melden uns bei einzelnen Firmen, von ganz kleinen bis zu den ganz grossen», erklärt er.

So schwer es auch für das Badener Gewerbe sei, habe er in jüngster Zeit doch eine recht konstruktive Stimmung erlebt. Es gebe viel kreative Ansätze – etwa lange in den Abend ausgedehnte Ladenöffnungszeiten bei Coiffeuren. Ohne dass die einzelnen Angestellten mehr arbeiten müssen, können die Kunden so mit mehr Abstand und Sicherheit bedient werden. Die Ausdehnung der Zeiten könne auch für die Gastronomie sinnvoll sein, etwa beim Mittagsangebot.

Kantonale Soforthilfen besonders wertvoll

«Auch Kleinstfirmen profitieren von den Soforthilfen. Hier ist das kantonale Angebot besonders wertvoll», sagt Lütolf. Daneben sei das Thema Mieten und Mietreduktion für Firmen jetzt von höchster Wichtigkeit. Die Stadt will Gewerbetreibenden entgegen kommen, in dem sie beim Zahlen der Mietzinsen in städtischen Objekten zuwartet, aber auch in dem die Nutzung von Aussenflächen einfacher möglich wird. Die dringliche Anfrage der FDP-Einwohnerräte Mark Füllemann, Stefan Jaecklin und Mischa Brandmaier zielt genau in diese Richtung. Sie schlagen unter anderem die Nutzung des öffentlichen Raums in der Stadt für Verkaufsstände des lokalen Gewerbes vor. Insbesondere sollen Läden den Raum direkt vor dem eigenen Geschäft nutzen können. So sollen es auch kleine Betriebe schaffen, trotz Abstandsregeln rentabel zu arbeiten.

Baden erwacht - Impressionen von kurz vor dem Lockdown-Ende:

Samstagsmarkt als wichtiges Zugpferd

Die drei Einwohnerräte forderten auch, die Häufigkeit der Markttage zu erhöhen, die Märkte räumlich und zeitlich auszuweiten und neue Anbieter unbürokratisch für den Markt zuzulassen. Genau das geschieht jetzt schon zum Teil in Baden: Der Samstagsmarkt findet diese Woche erstmals wieder statt (siehe unten). Mit den nötigen Schutzmassnahmen und mit acht Meter Abstand zwischen den Ständen ­­– von der Cordulapassage bis weit in die Badstrasse. «Wir müssen jetzt schauen, wie sich das bewährt», so Lütolf. «Aber das Bedürfnis dürfte vorhanden sein, wieder auf dem Markt einkaufen zu können. Der Samstagsmarkt bleibt ein wichtiges Zugpferd für das lokale Gewerbe.»

Die Standortförderung suche auch weiterhin den engen Austausch mit den grossen und kleinen Unternehmen, mit der Hotellerie und der Gastronomie in Baden. Und sie versuche, dem Gewerbe mit Rat und Tat zu helfen, wo es möglich ist. «Wir geben gerne Tipps und Hilfestellung, gerade auch jetzt bei der Wiedereröffnung der Läden», sagt Thomas Lütolf.

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