Führungswechsel: Im Dezember übernimmt Adrian Schmitter nach einer einmonatigen Einarbeitung durch den abtretenden CEO Dieter Keusch (der sich frühzeitig in den Ruhestand begibt) die Leitung des Kantonsspitals Baden.

Die Anfang Monat bekannt gewordene Personalie ist nicht ganz ohne Brisanz. Schmitter war neun Jahre lang Generalsekretär des Departements Gesundheit und Soziales, bis er 2010 von einem Tag auf den anderen den Hut nahm.

Die Hintergründe des Abgangs blieben damals im Dunkeln. In der Beantwortung eines Vorstosses aus dem Parlament erklärte die Regierung nur, Schmitter habe seinen Rücktritt selber eingereicht, aus Gründen des Personenschutzes werde generell darauf verzichtet, bei der Kündigung von Mitarbeitern weitergehende Auskünfte zu erteilen.

Dass der neue Spitalchef das Heu nicht auf der gleichen Bühne mit Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli hat, ist allerdings offensichtlich: Schmitter ist SVPler wie Hochulis Vorgänger Ernst Hasler, er sitzt für die Partei an seinem Wohnort Rothrist im Gemeinderat. Gegenüber der az spricht Schmitter nun erstmals über die Trennung von damals. Ausschlaggebend seien in der Tat die politischen Differenzen gewesen.

Als SVP-Vertreter sei der Verbleib im Departement unter der neuen Führung einer grünen Regierungsrätin für ihn von Anfang nicht selbstverständlich gewesen. Und man sei dann tatsächlich zum Schluss gekommen, dass eine Trennung besser ist. Menschlich und persönlich sei er aber mit seiner neuen Chefin Susanne Hochuli gut ausgekommen, versichert Schmitter.

Und darum sieht er im Verhältnis zur Departementsvorsteherin jetzt auch keine Belastung für seine neue Aufgabe als CEO des Kantonsspitals Baden. Schmitter: «Ich wurde vom Verwaltungsrat aufgrund meiner fachlichen Kompetenzen, nicht wegen politischer Ansichten gewählt. Ich habe mich in meiner neuen Aufgabe um die operative Führung eines Spitals zu kümmern, nicht mehr um die Politik.»

Dass er ein Spital erfolgreich leiten kann, hat Adrian Schmitter in den letzten vier Jahren unter Beweis gestellt. An seiner jetzigen Wirkungsstätte, dem Regionalspital Emmental, wurde sein Abgang mit grösstem Bedauern kommentiert. Verwaltungsratspräsidentin Eva Jaisli sprach von einer erfolgreichen und dynamischen Zusammenarbeit, die man «sehr gern fortgesetzt hätte».

Gerüchte, dass man die Sache nicht ganz so unkompliziert sieht, wie Adrian Schmitter und seine Ernennung zum Spitalchef im Departement Gesundheit und Soziales für einigen Aufruhr gesorgt haben soll, werden dort nicht bestätigt. Eher kühl fällt die Reaktion aber schon aus: «Das DGS kommentiert die in der Verantwortung des Verwaltungsrats stehende Wahl des neuen CEO nicht. Es wünscht diesem jedoch Erfolg und eine glückliche Hand bei seiner neuen, an Herausforderungen reichen Aufgabe», sagt Susanne Hochulis Kommunikationschef Balz Bruder.

Interessant ist, dass die Departementsführung die vom Verwaltungsrat der Kantonsspital Baden AG am 7. Mai bekannt gegebene Wahl wohl vorinformiert, aber zu keinem Zeitpunkt in die Evaluation einbezogen worden war. Das ist formell zwar auch nicht nötig, die Kantonsspitäler sind eigenständig und die Verwaltungsräte haben für ihre Entscheide kein Einverständnis von der Regierung einzuholen. Man lässt im Departement Gesundheit und Soziales aber durchblicken, dass ein Einbezug bei so wichtigen Personalentscheiden zumindest nicht unüblich ist. «Es wäre denkbar gewesen, das DGS zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem Wahlvorgang vertraut zu machen», so Bruder.