Im 2011 wurde das Kino Royal vor dem Abbruch für 12 Parkplätze (Zwischennutzung) gerettet. Doch die Zukunft für den Kulturbetrieb sieht eher düster aus. Dies entnimmt man der stadträtlichen Antwort auf eine Anfrage von Margreth Stammbach (Grüne) betreffend «Royal».

Der Stadtrat hält an seinem Entscheid vom April 2011 fest und will von einem kommunalen Schutz des «Royal» nichts wissen. Dies, obschon die kantonale Denkmalpflege einen stärkeren kommunalen Schutz empfiehlt.

Es wird etwas Neues geplant

«Das Ziel soll sein, das städtebaulich ungleichartig bebaute Areal zwischen Bahnhof und Haselstrasse einerseits und der Bahnlinie und der Bahnhofstrasse andererseits mit einem Neubau basierend auf einer Sondernutzungsplanung aufzuwerten», erklärt Stadtrat Markus Schneider, Bauvorsteher.

Der Stadtrat werte das öffentliche Interesse hierfür aufgrund der heute unbefriedigenden Situation stärker ein als den Erhalt des Kino-Gebäudes. Zurzeit wird abgeklärt, was auf dem gesamten Areal machbar ist.

Der nächste Schritt ist ein Architekturwettbewerb, der die Basis der Sondernutzungsplanung sein wird. Dabei besteht nochmals die Möglichkeit der Mitsprache.

Vorgesehen ist, die Parzelle Royal aus der Zone K4 (Kernzone viergeschossig) in die Zone Z5 (Zentrumszone, fünfgeschossig) umzuzonen, damit auf dem ganzen Areal einheitliche Zonenvorschriften herrschen.

Diese Umzonung ist nicht Gegenstand der laufenden Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung, sondern soll separat durchgeführt werden. Als künftige Nutzungen sind Wohnen, Dienstleistungen und Gewerbe, auch ein Einkaufszentrum, möglich.

Markus Schneider lässt immerhin noch ein Türchen offen: «Auch der Erhalt respektive Miteinbezug des ‹Royals› in die Planung ist nicht ausgeschlossen.» Man habe andernorts Gebäude schon umplatziert, fügt Schneider an.

Der Erhalt des «Royals» war das Ziel in einer Ende 2011 von 4000 Leuten unterzeichneten Petition. Dieses Ziel hat laut Betreibern und Nutzern nach wie vor Gültigkeit.

Kulturbetrieb wird verlängert

«Der Betreiberverein macht eine hervorragende Arbeit. Das kulturelle Angebot ist gefragt. Doch stand von Anfang fest, dass es sich im ‹Royal› um eine befristete Zwischennutzung handelt», erklärt Stadträtin Daniela Berger, Kulturvorsteherin.

Noch steht das «Royal» also nicht vor dem endgültigen Aus. Zumindest wird nicht vor 2017 auf dem Areal gebaut, soviel lässt sich aus der Antwort des Stadtrates ableiten. Einer verlängerten kulturellen Zwischennutzung des Kinogebäudes steht nichts im Wege. Die Baubewilligung, die der Stadtrat dem Verein MonRoyal als Betreiber erteilt hat, läuft erst Ende 2016 ab.

Der Mietvertrag, den die Stadt Baden als Zwischenmieterin mit der Zuriba AG als Eigentümerin abgeschlossen hat, endet zwar Ende Juni 2014. Vertraglich wurde vereinbart, dass die beteiligten Parteien im ersten Quartal 2014 über eine Verlängerung des Mietverhältnisses zu gleichen Bedingungen verhandeln können.