Jahrelang galt: Hüstelt in Baden eines der drei wichtigsten und steuerkräftigsten Unternehmen – ABB, Axpo oder General Electric beziehungsweise Alstom –, kränkelt als Folge davon auch die Stadt.

Doch inzwischen bricht im Stadthaus keine Panik mehr aus, wenn wie vor einigen Tagen bei General Electric eine Massenentlassung angekündigt wird.

Der Stadtrat bezeichnete den drohenden Verlust der 350 Jobs zwar als «schmerzhaften» Schlag für den Wirtschaftsstandort, und er sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus.

Doch gleichzeitig hiess es in einer Mitteilung, Baden habe gute Voraussetzungen, Einschnitte bei Grossunternehmen dank anderer Wirtschaftszweige zu glätten und langfristig zu wachsen.

Thomas Lütolf, Leiter Standortförderung Baden, sagt dazu: «Die grossen Firmen sind weiterhin sehr bedeutend für die Prosperität der ganzen Region. Die Abhängigkeit von ihnen ist in den vergangenen Jahren dank der Diversifikation aber stetig gesunken.»

Die globale Transformation zur Industrie 4.0, als Folge der Digitalisierung und Energiewende, habe auch Baden erfasst. Es seien neue Branchenschwerpunkte wie industrienahe Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT), Medizintechnik und Gesundheit entstanden.

Beschäftigtenzahl seit 1990 verdoppelt

Seit 2007 wächst Baden um durchschnittlich 43 Firmen pro Jahr. Und trotz wiederholten Sparrunden bei international tätigen Grosskonzernen stieg die Beschäftigtenzahl in der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten kräftig an: Von 14 000 (1990) auf 25 000 (2008) auf 30 000 (2013). Aktuell liege die Zahl vor allem wegen der Restrukturierungen bei General Electric mit rund 29 000 tiefer, dürfte aber wegen Expansionen ansässiger Firmen und weiterer Zuzüge bald wieder steigen, prognostiziert der Leiter der Standortförderung.

Aktuell beträgt die Anzahl Firmen in Baden 2400. «Es entstehen immer wieder neue Unternehmen mit Potenzial für internationalen Erfolg. Bisher nicht ansässige globale Gesellschaften schaffen hier neue Geschäftseinheiten», erklärt Thomas Lütolf weiter. Bei der Wahl für den Standort Baden sei das vorhandene Fachkraftpotenzial stets ein Hauptkriterium. Geschätzt würden von den Unternehmen auch die ausgezeichnete Infrastruktur, die hervorragende Erschliessung, das ideale Arbeitsumfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das internationale Flair in der Stadt Baden.