Baden
Trotz Entspannung nach Freistellung: «Sonnenblick» bleibt ein Sorgenkind

Nach der überraschenden Freistellung des damaligen Direktors Marc Pfirter ist im Regionalen Pflegezentrum Baden Ruhe eingekehrt. Eine Fremdvermietung der geschlossenen Abteilung mit 14 Betten ist aber nicht ausgeschlossen.

Erna Lang-Jonsdottir
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Andrea Martin-Fischer: «Die Umstellung verlief nahtlos.»

Andrea Martin-Fischer: «Die Umstellung verlief nahtlos.»

Emanuel Freudiger

Anfang September ging es im Regionalen Pflegezentrum Baden (RPB) stürmisch zu und her: Kurz nachdem eine Abteilung im «Sonnenblick» geschlossen wurde, gab die städtische Aufsichtskommission die sofortige Freistellung des ehemaligen Direktors Marc Pfirter bekannt (siehe Text unten).

Zwei Wochen später übernahm die stellvertretende Direktorin Andrea Martin-Fischer das Tagesgeschäft als Direktorin ad interim. «Seither ist Ruhe und Konstanz im Betrieb eingekehrt», sagt Daniela Oehrli, Stadträtin und Präsidentin der Kommission.

Alleine im letzten Jahr sei das RPB um 100 Betten gewachsen. «Mit einem Direktor wie Marc Pfirter, der immer vorwärts sieht, wären wir heute nicht da, wo wir sind», sagt Oehrli. Martin-Fischer habe die wichtigsten Themen so priorisiert, dass der Betrieb sicher laufe und eine gute Ausgangslage für das nächste Jahr habe.

Neue Abteilung im Park-Hotel

Weiterhin geschlossen bleibt die Abteilung im zweiten Obergeschoss des «Sonnenblicks» mit 14 Betten. Sobald genügend Anmeldungen vorhanden seien, prüfe man die Wiedereröffnung, sagt Martin-Fischer.

Eine Fremdvermietung sei aber nicht ausgeschlossen, Gespräche würden geführt. Wie Oehrli erklärt, ist der «Sonnenblick» durch die Unterbelegung zwar defizitär, doch weit davon entfernt, geschlossen zu werden. «Eine volle Belegung braucht Zeit», sagt Oehrli. Gut ist die Belegung im Hauptgebäude: «Von 204 Betten sind nur zwei Zimmer leer», so Martin Fischer.

An den anderen Standorten tut sich etwas: Nach den gesetzlichen Vorgaben waren für alle Standorte des RPB neue Betriebsbewilligungen nötig. «Diese haben wir erhalten», erklärt Martin-Fischer.

Schon länger ein Problem waren die beiden Wohngruppen in Stein und Bad Zurzach. In Zusammenarbeit mit dem Departement für Gesundheit hatte sich herausgestellt, dass die beiden Standorte nicht nach den baulichen Kriterien renoviert werden können.

In der Folge musste nach einem neuen Standort gesucht werden. «Am ersten Oktober haben wir eine Abteilung im Park-Hotel in Bad Zurzach eröffnet, in der die beiden Wohngruppen integriert sind», freut sich Martin-Fischer.

Auch das Haus St. Anna beim RPB entspricht nicht mehr den baulichen Kriterien. Da eine Renovation zu teuer ist, werden jetzt Nachtgäste dort betreut.

36 Bewerbungen eingegangen

Wie lange Martin-Fischer das RPB noch leiten wird, ist offen. Am 12. November wurde die Stelle ausgeschrieben. «36 Bewerbungen sind eingegangen», sagt Oehrli. Die Firma Aviando aus Wettingen sei jetzt mit der Vorselektion beschäftigt.

Auch Martin-Fischer hat sich für die Stelle beworben. Sie wird sich diesen Freitag vorstellen. Wer es in die Vorselektion schafft, kann sich danach bei der Kommission vorstellen. Ob es noch dieses Jahr zu einer Anstellung kommt, kann Oehrli nicht sagen.

Expansion: Das RPB wuchs im Jahr 2012 um 100 Betten

2012 übernahm das Regionale Pflegezentrum Baden (RPB) Pflegewohngruppen in Stein, Laufenburg, Oeschgen und Bad Zurzach mit knapp 50 Betten. Weiter betreibt das RPB im «Sonnenblick» vier Pflege- und Betreuungsabteilungen. Dort gibt es 50 Plätze für die Langzeitpflege von Akut- und Übergangspatienten sowie für Schwerstpflegebedürftige. Anfang Oktober 2012 bezogen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ihr Zimmer im «Sonnenblick». Am 1. September 2013 musste die gemischte Abteilung im 2. OG wegen zu geringer Auslastung geschlossen werden. Kurze Zeit nach der Schliessung informierte die städtische Aufsichtskommission, dass Direktor Marc Pfirter freigestellt wird. Es habe sich über längere Zeit abgezeichnet, dass die Basis für eine künftige Zusammenarbeit nicht gegeben sei, sagte Daniela Oehrli, Stadträtin und Präsidentin der Kommission, damals. Pfirter zum Verhängnis geworden sei die Expansion des RPB, was Pfirter selber abstritt. (ELJ)