Während der dreijährigen Bauzeit des Sekundarstufenzentrums Burghalde werden die Schülerinnen und Schüler in einem Provisorium auf der Ländliwiese unterrichtet. Diesen Entscheid fällten Stadt- und Einwohnerrat. Eltern von Bezirksschülern wehren sich dagegen: Sie gruppierten sich zu einer Interessengemeinschaft und reichten eine Petition beim Stadtrat ein. 800 Unterschriften kamen zustande.

Der Standort auf der Ländliwiese sei ungeeignet, die Platzverhältnisse knapp, kritisierte die Interessengemeinschaft. Denn zu den rund 750 Kindern, die aktuell in der Innenstadt unterrichtet werden, kommen ab diesem Sommer weitere rund 600 Schulkinder aus der Burghalde hinzu.

«Wir fordern, die Ländliwiese während des Neubaus der Burghalde freizuhalten, damit alle Schulkinder genügend Platz haben und den Bewohnern der Innenstadt angemessene Grünräume zur Verfügung stehen», hiess es im Begleitschreiben zur Petition. Der Stadtrat solle noch einmal über die Bücher, die Standortprüfung noch einmal gemacht werden.

Doch der Stadtrat hält am Standort fest: Derzeit liegt das Baugesuch auf und eine Visualisierung zeigt, wie die Provisorien auf der Ländliwiese aussehen sollen. Die 45 Schulzimmer werden auf zwei Pavillon-Bauten verteilt. Es handelt sich um dreigeschossige Gebäude.

Das grössere der beiden Schulhäuser, bestehend aus 30 Unterrichtszimmern, soll 2021 abgebaut werden. Im kleineren Pavillon werden zwischen 2021 bis 2023 die Primarschüler der Pfaffechappe unterrichtet. Die Kosten für den Bau sind mit 6,26 Millionen Franken veranschlagt.

Zivilschutzanlage soll genutzt werden

Ein Projektteam erhielt bereits im vergangenen Sommer den Auftrag, Massnahmen vorzuschlagen, damit trotz erhöhter Schülerzahl ein «qualitativer Aussenraum» zur Verfügung steht und Konflikten vorgebeugt werden kann. Bereits entschieden: Pausen der Oberstufe und Unterstufe werden zeitlich versetzt stattfinden.

Vorgesehen, aber noch nicht beschlossen: die «Nutzung der Zivilschutzanlage Ländliwiese für Mittagspausen und Randstunden», wie es in der Beilage zum Baugesuch wörtlich heisst. Ebenfalls angedacht: Ein Sportangebot über Mittag in der Anlage «Aue», ein provisorischer Asphaltplatz für Ballsport, eine «vertikale Begrünung» im Bereich der Schulprovisorien, ein Veloparking für rund 100 Fahrräder und eine temporäre Sperrung des Ländliwegs im Bereich der Schule, sodass eine zusätzliche Pausenfläche entstehen könnte.

All diese Massnahmen wären mit Kosten verbunden, ihre Umsetzung sei darum noch nicht gesichert, heisst es in der Beilage zum Baugesuch weiter. Die Kredite müssten erst noch bewilligt werden.

Die Interessengruppe Ländliwiese hat bis heute keine schriftliche Antwort vom Stadtrat erhalten, wie ein Vertreter auf Anfrage mitteilt. «Eine kurzes Schreiben mit einer Antwort, was die Stadt von unseren Anliegen hält, wäre das Mindeste gewesen», sagt er.

Stadtammann Markus Schneider: «Wir haben mit der Gruppe abgesprochen, dass wir im November Infoveranstaltungen durchführen, diese fanden statt.» Die Beantwortung der Petition sei in Bearbeitung.