Baden
Trotz Petition: Mittagstisch Meierhof muss definitiv schliessen

Anfang Juli schliesst der Mittagstisch im Badener Quartier Meierhof definitiv – das steht seit Mittwoch fest. Die Petition mit 256 Unterschriften konnte dies nicht verhindern.

Luca Belci
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Sein beliebtes Essen ist bald Geschichte? Der Mittagstisch Meierhof im Gründungsjahr 2007.

Sein beliebtes Essen ist bald Geschichte? Der Mittagstisch Meierhof im Gründungsjahr 2007.

az-Archiv

Die beiden Petitionärinnen Alexandra Gavriilidis und Renate Müller wurden persönlich informiert. «Der Stadtrat konnte lediglich finanzielle Gründe geltend machen», sagt Müller. Die Stadt wolle nur noch den ABB-Hort «Stadtbach-Piraten» subventionieren. «Es geht nur um die Übergangslösung der nächsten zwei bis drei Jahre», sagt Gavriilidis.

Dann werden die Betreiber des Mittagstisches die Tagesstrukturen im neuen Schulhaus Meierhof übernehmen. Für die beiden besonders unverständlich: «Die Stadt kann die Einsparungen nicht einmal beziffern. Zudem hat sie die steigende Nutzerzahl durch die Umstellung auf 6/3 nicht berücksichtigt.» Immerhin habe ihnen die Stadträtin Daniela Berger eine transparentere Darstellung der Tagesstrukturen auf der städtischen Website zugesichert.

Die Vorwürfe der beiden Petitionärinnen betreffen auch die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Verwaltung: Müller sah die ordentliche Anhörung der Petitionsträgerinnen als Beginn einer konstruktiven Zusammenarbeit. «Stattdessen stiessen wir auf Widerstand», sagt sie. Anstelle einer sachlichen Information sei der Eindruck von Intransparenz und Kommunikationsschwäche entstanden.

«Petitionen sind ein politischer Ausdruck von Unverständnis für eine Entscheidung. Dabei nicht ernst genommen zu werden, hinterlässt ein mulmiges Gefühl», sagt Müller. Daniela Berger versichert, alle Informationen, so weit als erlaubt, mitgeteilt zu haben und ergänzt: «Wir haben das Anliegen nochmals eingehend geprüft.»

Stadträtin Berger betont, sie verstehe die starke Identifikation der Quartierbevölkerung mit dem Mittagstisch, doch seien besonders pädagogische Gründe ausschlaggebend gewesen: «Einige Kinder kommen vom ABB-Hort und müssen für den Mittagstisch den Ort wechseln. Zudem würden die Räumlichkeiten bald an ihre Grenzen stossen», sagt Berger.

«Wir möchten den Raum weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung stellen», sagt sie. Deshalb finde am 30. Juni eine Diskussionsrunde mit allen Interessierten statt, an der eine konkrete Weiternutzung als «Quartierraum» besprochen wird. Klar ist: Der Verein Taba, der den Mittagstisch in den letzten sieben Jahren leitete, wird in spätestens drei Jahren die im neuen Schulhaus Meierhof integrierten Tagesstrukturen übernehmen.