Siggenthal
Trotz «Stängeli»: Unihockey-Team feiert wie ein Cupsieger

Der 4.-Ligist UHC Obersiggenthal verliert in der zweiten Cuprunde vor 157 Zuschauern gegen den NLA-Klub Zug United mit 1:10. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.

Ruedi Burkart
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UHC Obersiggenthal
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UHC Obersiggenthal Obersiggenthals Dominik Bumbacher (10) nimmt die Abkürzung über die Bande.
UHC Obersiggenthal Obersiggenthals Vereinspräsident Martin Minder begrüsst die 157 Zuschauer in der GoEasy-Arena.
Schweizer Cup Die Obersiggenthaler feiern das Ehrentor von Ramon Mägert (mit Stirnband) kurz vor Schluss wie einen Cupsieg.
Schweizer Cup Harter Kampf an der Bande: Obersiggenthals Joel Schüpbach (links) wird von Zugs Andrea Menon unsanft vom Ball getrennt.
Schweizer Cup Die Obersiggenthaler feiern das Ehrentor von Ramon Mägert (mit Stirnband) kurz vor Schluss wie einen Cupsieg.

UHC Obersiggenthal

Ruedi Burkart

Schliessen Sie für einen Moment die Augen und stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Die Hobbykicker des 5.-Ligisten FC Energie Beznau dürfen in der ersten Hauptrunde des Schweizer Fussball-Cups gegen den frisch in die Super League zurückgekehrten FC Zürich ran. Eine verrückte Geschichte, nicht wahr? Im Fussball ganz und gar unmöglich, weil sich ein 5.-Ligist kaum einmal für den Schweizer Cup qualifizieren wird. Dazu müsste er Aargauer Cupsieger werden.

Im Unihockey ticken die Uhren ein wenig anders, da sind solche Konstellationen immer wieder möglich. So wie am Sonntag, als 4.-Ligist UHC Obersiggenthal den NLA-Aufsteiger Zug United empfing. Erwartungsgemäss mit dem besseren Ende für den haushohen Favoriten aus der Zentralschweiz. Nach 60 unterhaltsamen Minuten lautete das Skore 1:10. Die Aargauer konnten die Partie in der «GoEasy»-Arena immerhin ein Drittel lang ausgeglichen gestalten.

Kurz vor Schluss gelang Treffer

Sie rannten an, sie wurden von den Gegenspielern durchgeschüttelt, manchmal achtlos über die Bande gecheckt. Doch die Obersiggenthaler gaben nicht auf. Immer wieder suchten sie den erfolgreichen Abschluss. Doch weil Zugs Hüter Florian Bär – er durfte für Stammgoalie Petter Nilsson ran – eine starke Partie lieferte, mussten sie bis 87 Sekunden vor Schluss warten, ehe es doch noch klappte. Ramon Mägerts Treffer zum Schlussresultat von 1:10 wurde von Fans und Mitspielern gefeiert wie ein Cupsieg. «Dieses Tor haben sich die Jungs wirklich verdient», freute sich Vereinspräsident Martin Minder auf der Tribüne.

Der UHC Obersiggenthal vermochte mit dem Gast ein Drittel lang mitzuhalten. Das 1:0 aus Zuger Sicht gelang dem Schweden Billy Nilsson erst 18 Sekunden vor der ersten Sirene. Danach nahm die Partie den erwarteten Lauf – die Zuger dominierten und trafen nach Belieben. «Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gezeigt», sagte Zugs Trainer Sascha Rhyner, «aber wir sind eine Runde weiter. Das zählt.»

Rückkehr in die 3. Liga

Der UHC Obersiggenthal hat bewegte Zeiten hinter sich. Vor drei Jahren noch ein stolzer 2.-Liga-Verein, spielt man aktuell in der 4. Liga, also der tiefsten Stufe im Grossfeld-Unihockey. Grund: Nach dem Abstieg in die 3. Liga wurde man Opfer der Umstrukturierung vonseiten des Verbandes und stieg im Frühling 2016 in die neu geschaffene 4. Liga ab. «Wir haben uns gefangen und streben in der neuen Saison die Rückkehr in die 3. Liga an», so Vereinspräsident Minder. Das mittelfristige Ziel heisst allerdings 2. Liga. «Dorthin wollen wir dereinst wieder», sagt Minder bestimmt.

Mithelfen sollen auch Akteure, die früher die besseren Zeiten beim UHCO aktiv miterlebt haben und nun zurückkehren. Zeit, sich auf die grossen Ziele vorzubereiten, haben die Obersiggenthaler genug – die 4.-Liga-Saison startet erst am 17. September.

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