Baden
Trotz Unsicherheit auf dem Schulweg: «Pedibus» setzt sich nicht durch

Mangels Interesse der Eltern wurde im Kappelerhof der Begleitdienst «Pedibus» für Kindergärtler eingestellt. Nun lehnt der Stadtrat auch ein entsprechendes Postulat ab.

Von Roman HUber
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Mit dem geführten Schulweg sollen Kinder an den Strassenverkehr herangeführt werden. Wal/Archiv

Mit dem geführten Schulweg sollen Kinder an den Strassenverkehr herangeführt werden. Wal/Archiv

Walter Schwager

Mit dem «Pedibus» werden Kindergärtler oder die jüngsten Schulkinder jeweils von einer erwachsenen Person von Station zu Station abgeholt und dann gemeinsam in die Schule begleitet. Damit führt man verschiedenenorts die Kinder an den Strassenverkehr heran und lernt sie, mit dessen Gefahren richtig umzugehen.

Ein erwünschter Nebeneffekt ist, dass damit die Eltern-Taxis reduziert werden, die den Kindern die Verkehrserfahrungen wie auch die Sozialkontakte und die notwendige körperliche Bewegung auf dem Schulweg nehmen. So hält es auch das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) in den Zielsetzungen fest.

Obschon in der Stadt Baden die Kindergärten auf die Quartiere verteilt sind, lauern auch dort die Gefahren des Verkehrs. Darum und weil die Zahl der Kindergärtler bereits ab nächstem Schuljahr markant ansteigen würden, solle der Stadtrat die Einführung des «Pedibus» prüfen, fordert GLP-Einwohnerrätin Isabelle Wanner (GLP) per Postulat.

Der «Pedibus» lasse sich ohne grossen Aufwand durch die Schulleitung auf die Beine stellen. Gleichzeitig könne der Fokus auf die Erweiterung des Angebots für Schulkinder der ersten Klassen gerichtet werden, so Wanner.

Im Kappelerhof gescheitert

2011/2012 startete der Kappelerhof das Projekt «Pedibus». Bereits nach einem Jahr musste es die Schule wieder abbrechen, weil bei den Eltern Interesse und Bereitschaft zur Mitarbeit fehlten.

Der Stadtrat beurteile den «Pedibus» zwar als gute Idee. Weil er aber im Kappelerhof – obschon zum Jahresziel erklärt – gescheitert ist, sieht der Stadtrat die Umsetzbarkeit des Postulates bereits als geprüft. Er beantragt dem Einwohnerrat, dieses nicht zu überweisen und abzuschreiben.

Die Eltern seien in der Befragung zur Schulqualität im Jahr 2011 auch zur Sicherheit auf dem Schulweg befragt worden, führt der Stadtrat aus. Dabei habe sich im Kappelerhof gezeigt, dass sich laut der Eltern 40 Prozent der Kindergärtler und 20 Prozent der Primschulkinder auf dem Schulweg nicht sicher fühlen würden.

In den andern Aussenquartieren ist das Sicherheitsgefühl respektive die Zufriedenheit deutlich höher, in Rütihof und im Meierhof sogar 100 Prozent, in Dättwil 81 Prozent und bei der Tannegg und der Innenstadt 76 Prozent. Der Handlungsbedarf im Kappelerhof war jedoch gegeben.

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