Baden
Trotz warmem Wetter: Kerzen aus 1,3 Tonnen Bienenwachs gezogen

Das Kerzenziehen auf dem Bahnhofplatz geht heute zu Ende. Die Organisatoren ziehen trotz des zu warmen Novembers eine positive Bilanz, denn nach allen Abzügen bleiben 40 000 bis 50 000 Franken Reinerlös.

Sibylle Egloff
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Gross und Klein erfreuten sich am traditionellen Kerzenziehen auf dem Bahnhofplatz.Alex Spichale

Gross und Klein erfreuten sich am traditionellen Kerzenziehen auf dem Bahnhofplatz.Alex Spichale

Kerzenziehen geht zu Ende

Während dreier Wochen konnten Menschen aus Baden und der Region im Holzhäuschen Bienenwachskerzen herstellen, kaufen oder sich im heimeligen Stübli einen Punsch, Kuchen oder eine feine Suppe gönnen. Am Sonntag wird das Häuschen des Vereins Kerzenziehen Baden abgebaut – und Kerzenziehfreunde müssen sich ein Jahr gedulden, bis sie auf dem Bahnhofplatz wieder Kerzen schaffen können.

Zu warmes Wetter

Welche Bilanz ziehen die Organisatoren nach dem Kerzenziehen? «Gestartet haben wir mit völlig falschem Wetter», sagt Sylvia De Carli, Vorstandsmitglied des Vereins. Die warmen Temperaturen im November waren für das Kerzenziehen mit Bienenwachs nicht geeignet.

«Das Abkühlen nach jedem Wachsziehen ist für Bienenwachskerzen das A und O, denn nur abgekühlt kann die Kerze wieder den 80 Grad heissen Wachs annehmen», erklärt De Carli.

Trotz der zu Beginn unüblichen Temperaturen besuchten zahlreiche Familien, Grosseltern mit Enkeln, Schul- und Kindergartenklassen sowie Erwachsene mit Beeinträchtigung das Kerzenhaus.

«In den vergangenen 38 Jahren haben wir eine grosse Stammkundschaft aufgebaut, die bei jedem Wetter erscheint», sagt De Carli. Rund 1,3 Tonnen Bienenwachs verwandelten sich dieses Jahr in Kerzen.

«Das Lachen und die Freude in den Gesichtern der Leute, die eine schöne Kerze machen konnten, ist für mich der grösste Lohn», sagt De Carli. Neben ihr standen rund 150 freiwillige Helfer und Vereinsmitglieder vom 14. November bis heute Samstag im Einsatz. «Es ist schön, dass wir dieses Jahr sehr viele junge Helfer für freiwillige Einsätze gewinnen konnten», freut sich De Carli.

Doch: Wieso wird das Kerzenziehen nicht länger angeboten, wenn sich der dreiwöchige Event so grosser Beliebtheit erfreut? Man habe darüber nachgedacht, das Kerzenziehen eine Woche nach hinten zu verschieben.

Man sei jedoch zum Schluss gekommen, dass es organisatorisch nicht möglich sei. «Die meisten unserer Helfer sind berufstätig. Der Dezember ist in allen Geschäften ein hektischer Monat», erklärt De Carli das Problem.

Erlös geht an Beeinträchtigte

Zufrieden zeigt sie sich mit dem Umsatz aus Kerzenverkauf und Cafeteria von rund 60 000 Franken. «Nach allen Abzügen bleiben uns 40 000 bis 50 000 Franken Reinerlös.»

Der grosse Betrag kommt wie jedes Jahr Menschen mit Beeinträchtigung in der Region zugute. An wen oder welche Institution der Erlös genau gehen wird, ist noch ungewiss. «Alle Menschen mit Behinderung können einen Antrag bei uns stellen», erinnert De Carli an den Zweck des Vereins.

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