Wettingen
Trotz weggefallener Aufträge: Haustechniker Käufeler kommt mit blauem Auge durch Coronakrise

Während der Coronakrise fielen beim Haustechnik-Spezialist Käufeler mehrere Aufträge für Reparaturen oder Renovationen weg. Die Flexibilität seiner Angestellten trug ihn trotzdem aus der Krise. Dank der Baustellen kann Käufeler gar optimistisch sein.

Sébastian Lavoyer
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Sein Betrieb litt in der Coronakrise nur in gewissen Bereichen: Fabian Käufeler, Geschäftsleiter der Käufeler AG, Haustechnik, aus Wettingen.

Sein Betrieb litt in der Coronakrise nur in gewissen Bereichen: Fabian Käufeler, Geschäftsleiter der Käufeler AG, Haustechnik, aus Wettingen.

Zur Verfügung gestellt

Eigentlich wären sie vom Lockdown gar nicht betroffen gewesen. Die Käufeler AG, spezialisiert auf Haustechnik, gehört zur Baubranche – und hier kam es ausser im Tessin und in der Romandie kaum zu Schliessungen. Trotzdem sagt Geschäftsleiter Fabian Käufeler: «Für mich war es, als wäre die Schweiz für zwei Wochen in Schockstarre verfallen.» Die Kunden, die Belegschaft und alle andern. Kaum ein Anruf, kaum ein Kundenbesuch, kaum Laufkundschaft, kaum E-Mails. «Eigentlich hätten wir weiterarbeiten können, aber faktisch lief fast nichts.»

Ausser auf den Baustellen, da habe man weitergearbeitet. Aber Aufträge für Reparaturen oder Renovationen seien in der Zeit kaum gekommen. Trotzdem hat der Haustechnik-Spezialist aus Wettingen kaum Ausfälle zu beklagen. «Wir haben zum Teil Leute in andere Abteilungen verlagert und so in den Bereichen, wo wir arbeiten konnten, einen Effort geben können», sagt Käufeler. Auch bezüglich Auftragsvolumen spüre er bisher kaum eine Veränderung, die Nachfrage sei im Bereich Umbau und Neubau unvermindert vorhanden.

Mit 55 Mitarbeitern in allen Bereichen der Haustechnik vertreten

Aber er weiss auch, dass es je nach dem für einen kleinen Sanitärbetrieb jetzt schon eng wurde. Wer sich beispielsweise auf Reparatur- und Servicearbeiten spezialisiert hat, musste in den letzten Wochen arg unten durch müssen. Käufeler gehört zu den Grossen im Kanton, mit rund 55 Mitarbeitern ist er in allen Bereichen der Haustechnik vertreten: Spengler- und Sanitärarbeiten machen sie genauso wie Heizungen und kleine Lüftungsanlagen. Das gab ihnen die Möglichkeit in der Krise flexibel zu reagieren, Leute dort einzusetzen, wo man arbeiten konnte.

Käufeler betont, wie wichtig dabei die Kommunikation gewesen sei. Man habe von Anfang an betont, dass man nur zusammen durch komme. Und das klappte. Ohne Kredit, ohne Entlassungen, mit nur ganz wenig Kurzarbeit für Mitarbeiter aus der Risikogruppe und mit grossem Einsatz der Belegschaft. Trotzdem wird Corona nicht spurlos am Unternehmen vorbeigehen. Käufeler rechnet mit einem Umsatzrückgang im höheren einstelligen Bereich. Ein blaues Auge wäre das. Tut ein bisschen weh, mehr aber nicht. Und dass es dabeibleibt, dafür gibt es Hoffnung. Käufeler sagt: «Wir haben langsam wieder eine positive Aufbruchstimmung. Die Leute geniessen es, dass sie ihre Freiheit zurückbekommen.»

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