Baden
Trudelhaus: Die Drähte laufen nochmals heiss

Der Stiftungsrat wartet mit dem Zuschlag für den Verkauf des Trudelhauses weiter zu. Der Termin wurde erneut verschoben, weil der IG Trudelhaus noch 180'000 Franken für den Kauf fehlen.

Roman Huber
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Das Trudelhaus an der Oberen Halde 36 in Baden

Das Trudelhaus an der Oberen Halde 36 in Baden

AZ

«Der Stiftungsrat würde es begrüssen, wenn das Trudelhaus auch in Zukunft kulturell genutzt werden könnte», sagt Präsident Heinz Wetter. Der Grund für die zögerliche Haltung: Die Interessengemeinschaft Trudelhaus (IG), eine Gruppe Kulturinteressierter und -schaffender, hat für einen Kauf des Trudelhauses das notwendige Geld noch nicht beisammen.

Die Stiftung gibt der IG Zeit

Die IG möchte das Trudelhaus kaufen, die Galerieräume für kulturelle Zwecke nutzen und das Restaurant neu verpachten. Diese Idee sei dem Stiftungsrat sehr sympathisch, sagt Wetter. Aufgrund ihrer Bemühungen und des Businessplans möchte die Stiftung der IG diese Chance offenhalten. Die Stiftung nimmt mit dem Stadtrat vor dem Zuschlag Rücksprache; so wurde es vereinbart.

Es gebe auch noch private Interessenten, die durchaus Gehör für eine kulturelle Nutzung hätten, ergänzt Heinz Wetter. Er könnte sich darum ebenso gut eine Mischform vorstellen, indem eine private Käuferin das Haus erwerben und die IG sich für den Kulturbetrieb einmieten würde. Damit müsste die IG keine grossen Investitionen tätigen und könnte ihre Mittel in den Betrieb investieren.

Man habe diese Lösung auch schon diskutiert, sagt Steffi Kessler von der IG. Primäres Ziel der IG sei es jedoch, die Liegenschaft als Genossenschaft zu übernehmen und zu betreiben. Laut ihrer Website hat die IG bereits die Zusage für 320000 Franken. 500000 Franken sind das Ziel. «Auch die Stiftung hat ihre Mitglieder und Gönner angeschrieben und unser Vorhaben geschildert. Das hat uns sehr geholfen», sagt Kessler. Mehrere Personen haben sich verpflichtet, fünf Genossenschaftsscheine à 2000 Franken zu zeichnen.

Investition von 1,53 Mio. Franken

Für das ganze Vorhaben muss die IG allerdings 1,53 Mio. Franken mobilisieren. 1,2 Mio. Franken allein beträgt der Kaufpreis. Für die Stadt Baden war dieser Preis zu hoch. Damit dürfte der Stiftungsrat einen Gewinn erwirtschaften, mit dem er die Stiftung und deren Zweck der Kunstförderung beibehalten könnte.

Die IG muss zuzüglich zum Kaufpreis 330000 Franken ins Haus investieren. Der Betrag ist laut Kessler von Spezialisten gerechnet worden.

Die finanziellen Mittel der IG setzen sich gemäss deren Budget zusammen aus dem Genossenschaftskapital, einem weiteren Darlehen und einer Bankfinanzierung von über 957000 Franken.

Für den Betrieb hat die IG einen Businessplan erstellt. Gemäss diesem sollen sich aus den je 150 Quadratmetern Galerie- und Restaurantfläche (mit Bar) genügend Einnahmen erwirtschaften lassen. Man hofft zudem auf Kultursubventionen. Diese Woche ist noch ein Gespräch zwischen der IG und den Abteilungen Kultur und Liegenschaften der Stadt geplant. Ende November fällt die Stiftung den Entscheid, im März 2012 möchte die IG den Betrieb starten.

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