WEF 2018

Trump war am WEF – und die Schüler der Kanti Baden mittendrin

Während andere in ihrem Alter gegen das WEF demonstrieren, sind sie live in Davos dabei: Beim Besuch der Kanti Baden am Weltwirtschaftsforum durften sich fünf Schüler mit der Welt-Elite treffen.

Am Strassenrand stehen zwei Polizisten mit grossen Gewehren in der Hand und beobachten aufmerksam die schwarzen Limousinen, die im Minutentakt die schneebedeckte Strasse rauf- und runterfahren. Weitere Polizisten warten beim Sicherheitscheck, bei dem die Taschen durchsucht und der Körper abgetastet wird. Die Schüler der Kantonsschule Baden schenken dem ganzen Prozedere keine grosse Beachtung – sie haben sich bereits an den Trubel des Weltwirtschaftsforums gewöhnt.

Von der Kanti ans WEF

Von der Kanti ans WEF

Lieber diskutieren sie über das anstehende Podium zum Thema «Demokratie im postfaktischen Zeitalter», bei dem auch Bundespräsident Alain Berset teilnehmen wird. Besonders aufregend: Im Unterricht haben sich die Schüler in das Thema eingearbeitet und dürfen im Anschluss an die Diskussion Fragen stellen.

Insgesamt fast 90 Schüler und Lehrer der Badener Kantonsschule nehmen dieses Jahr am WEF teil. Während zweier Tage besuchen sie diverse öffentlich zugängliche Podien und Vorträge.

Der Saal ist bis in die hintersten Reihen vollgepackt und zig Hände schiessen in die Höhe, als es in die Fragerunde geht. Vom hochkarätig besetzten Podium lassen sich die Badener Schüler nicht einschüchtern. Auch der 19-jährige Thomas Meier versucht es und beim dritten Mal Handheben darf er schliesslich seine Frage stellen.

«Besteht auch in der Schweiz die Gefahr, dass unsere Wahlen manipuliert werden?», will er von Alain Berset wissen. Der Bundespräsident antwortet ihm auf Augenhöhe und als später der südafrikanische Investor Iqbal Survé die Frage des Schülers nochmals aufgreift, ist Meier der Stolz ins Gesicht geschrieben.

Beim zehnten Anlauf klappt es

Dem Bundespräsidenten eine Frage zu stellen, das sei schon beeindruckend, sagt Meier später. Allgemein sei das eine einzigartige Erfahrung, für die er dankbar sei. «Wir schätzen es alle, dass die Lehrer diesen Aufwand betreiben, damit wir ans WEF gehen können.» Einer dieser Lehrer, dem dieser Dank gilt, ist Michael Stutz. Er setzt sich jedes Jahr für die Exkursion ein. Dieses Mal ist ihm überraschend ein Coup gelungen: Fünf der Schüler dürfen ins Kongresszentrum, wo sich die Welt-Elite trifft und der Apéro von einem arabischen Scheich gesponsert wird.

Neun Jahre lang hat sich die Kanti Baden dafür beworben, erst jetzt, im zehnten Jahr, hat es endlich geklappt. «Das ist eine fantastische Chance und eine grosse Ehre», sagt Stutz. Besonders freuen kann er sich, weil er zu den fünf Lehrern gehört, die die Schüler auf ihrem Ausflug auf das internationale Wirtschafts-Parkett begleiten.

Nach Al Gore wartet Donald Trump

Nach der Podiumsdiskussion geht es für die fünf auserwählten Schüler und Lehrer zum Registrationsbüro, wo sie ihre persönlichen WEF-Pässe abholen. Einmal in der Hand, sind es nicht nur die Schüler, die sich stolz den Pass um den Hals legen und voller Begeisterung Fotos von sich machen – auch die Lehrer strahlen.

Vor dem grossen Tag geht es aber nochmals zurück in das «Open Forum». Dort verfolgen die Schüler einen Vortrag des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore zum Thema Klimawandel mit anschliessender Diskussion mit weiteren Experten wie der Chefin des UNO-Klimasekretariats, Christina Figueres. Dann geht es spätabends für die meisten zurück nach Baden. Nur die fünf Schüler und Lehrer bleiben noch eine Nacht und durften am nächsten Tag Eindrückliches erleben (siehe unten).

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