Schlieren
Tunnelverlängerung: Der Stadtrat gibt dem Parlamentswillen nach

Die Limmattalbahn soll zwischen der Badenerstrasse und Luberzen unterirdisch verlaufen. Bisher vertrat der Stadtrat die Meinung, dass eine solche Verlängerung mehr Nachteile bringen würde. Überzeugt von der Idee sind noch immer nicht alle.

Sophie Rüesch/Sandro Zimmerli
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Die Limmattalbahn soll im Spitalquartier in den Untergrund, fordert der Schlieremer Stadtrat.

Die Limmattalbahn soll im Spitalquartier in den Untergrund, fordert der Schlieremer Stadtrat.

Sandro Zimmerli

Der Schlieremer Stadtrat vollzieht in Sachen Limmattalbahn eine Kehrtwende.

Im Rahmen der öffentlichen Planauflage reichte er eine Beschwerde ein, in der er unter anderem verlangt, dass der zwischen Badenerstrasse und Färberhüslistrasse vorgesehene Tunnel bis ins Gebiet Luberzen verlängert und beim Spital eine unterirdische Haltestelle realisiert wird.

Bisher hatte der Stadtrat die Position vertreten, dass dies mehr Nach- als Vorteile bringen würde.

«Wir geben damit den Auftrag des Parlaments, das sich eine Tunnelverlängerung und eine unterirdische Haltestelle wünscht, weiter», erklärt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) den Sinneswandel.

Der Gemeinderat hatte sich an der Sitzung vom 25. November geweigert, ein entsprechendes Postulat von Heidemarie Busch (CVP) abzuschreiben. Laut Brühlmann ist es aber ein Entscheid contre cœur.

«Wir wollten uns nicht über den Parlamentswillen hinwegsetzen, sind aber inhaltlich nach wie vor überzeugt, dass Tunnelverlängerung und unterirdische Haltestelle nicht die beste Lösung sind», so Toni Brühlmann.

Laut Jean-Claude Perrin, Ressortvorsteher Bau und Planung (SVP), reagiere man mit der Einsprache nicht nur auf gemeinderätlichen Widerstand gegen die geplante Linienführung der Limmattalbahn: «Der Druck aus der Bevölkerung ist gross. Wir nehmen diese Stimmen ernst und schöpfen mit der Einsprache nun das letzte Mittel aus, das uns als Gemeinde zur Verfügung steht.»

Auch versteht er die Bevölkerung im Spitalquartier, für die die geplante Linienführung tatsächlich eine «unbefriedigende Situation» darstelle.

Für Thomas Grädel, Präsident des Vereins «Limmattalbahn: so nicht!», ist der Entscheid des Stadtrates eine gute Nachricht, wie er auf Anfrage sagt: «Wir sind froh, dass der Stadtrat auf unsere Meinung eingeschwenkt ist. Es hat viel gebraucht.»

Jetzt müsse nur noch die Limmattalbahn AG zur Einsicht gelangen, dass die Bevölkerung eine solche Linienführung nicht wolle.

Einsprache auch zu Stadtkreisel

Falls die Forderung einer Tunnelverlängerung nicht zu einer Projektanpassung führen sollte, beantragt der Stadtrat als Alternative, dass zwischen einer leicht nach Osten versetzten Haltestelle beim Spital und der Gemeinde Urdorf eine eingleisige Spurführung eingerichtet werde.

In seiner Einsprache verlangt der Stadtrat unter anderem auch, dass beim Linksabbieger vom Farbhof in den Hüblerweg ein U-Turn vorgesehen wird. «Da der Linksabbieger in die Allmendstrasse aufgehoben wird, soll stattdessen eine Wendeschlaufe auf der Wagistrasse eingerichtet werden», fordert er weiter.

Wichtig sei der Exekutive zudem, dass das Bahntrassee mit möglichst viel Grünflächen bestückt werde.

Auch bezüglich Stadtplatz-Kreisel hat der Stadtrat eine Einsprache eingereicht. So sei er der Ansicht, dass beim Ausgang des Kreisels in Richtung Zürich die heutige Längsparkierung zwischen Linienweg und Bäckerstrasse beibehalten werden müsse.

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