Turgi
3,7 Millionen: Der Abwasserverband investiert in neue Projekte

Die Abwasserreinigungsanlage Lauffäcker erhält eine neue Schlammentwässerungsanlage – einen Ausbau gibt es auch bei den Kapazitäten der biologischen Reinigungsstufe.

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Bald muss der entwässerte Schlamm im Hintergrund nicht mehr manuell verladen werden: Philippe Ramseier, Präsident des Abwasserverbands Baden Wettingen (ABW), Projektleiterin Simone Bützer vom Ingenieurbüro Hunziker Betatech und ABW-Geschäftsführer Thomas Schluep.

Bald muss der entwässerte Schlamm im Hintergrund nicht mehr manuell verladen werden: Philippe Ramseier, Präsident des Abwasserverbands Baden Wettingen (ABW), Projektleiterin Simone Bützer vom Ingenieurbüro Hunziker Betatech und ABW-Geschäftsführer Thomas Schluep.

Zvg / Aargauer Zeitung

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Laufäcker in Turgi bekommt für 3,7 Millionen Franken eine neue Schlammentwässerungsanlage. Mit der Modernisierung, welche die Betriebssicherheit verbessert und die Abläufe optimiert, sei die Klärschlammbehandlung für die nächste Generation sichergestellt, wie es in einer Mitteilung heisst. Ab 2025 folgt der Ausbau der biologischen Reinigungsstufe, der die Kapazität der ARA auf 125000 Einwohnergleichwerte erhöhen wird.

Neue Anlage beseitigt Engpass

In den nächsten Monaten wird nun die rund 20-jährige Schlammentwässerungsanlage erneuert. Das Projekt hat das Zürcher Ingenieurbüro Hunziker Betatech mittels eines digitalen Gebäudemodells und Anlagenschema erarbeitet. Bisher wurde der Schlamm in einer Lagerhalle auf dem Boden verteilt und anschliessend manuell in Mulden verladen.

Neu wird er von zwei Dekantern (Zentrifugen) entwässert und in geschlossenen Schneckenförderern automatisch weitertransportiert. «Gegenüber den bestehenden, offenen Förderbändern können wir mit den redundanten Maschinen den Aufwand, die Betriebssicherheit, die Hygiene und die Geruchssituation deutlich verbessern», sagte ABW-Geschäftsführer Thomas Schluep beim Baustart, der Anfang dieser Woche stattand.

Die ARA Laufäcker und Kehrichtverbrennungsanlage in Wil/Turgi

Die ARA Laufäcker und Kehrichtverbrennungsanlage in Wil/Turgi



Walter Schwager / BAD

Die neue Anlage beseitigt einen Engpass: Die bisherige Stapelkapazität für den Klärschlamm reicht nur für eine Woche. Das heisst, bei einem grösseren Defekt der einzigen Entwässerungsmaschine muss der täglich anfallende Schlamm kurzfristig abgeführt werden. «Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass dafür fünf LKW-Ladungen pro Tag nötig sind», so Thomas Schluep.

«Mit der neuen Muldenverladeanlage ist der ABW bestens für die zukünftige Schlammentsorgung gerüstet», sagt Verbandspräsident Philippe Ramseier. Spätestens ab 2026 muss Phosphor – ein nicht erneuerbares Düngemittel – aus dem Klärschlamm oder aus der Asche nach dessen Verbrennung zurückgewonnen werden. «Da bisher kein erprobtes Verfahren existiert, wollen wir uns mit Reserveflächen in der Schlammlagerhalle alle Optionen offenhalten», erklärt Philippe Ramseier.

Ebenfalls ein strategisches Projekt ist der Kapazitätsausbau der biologischen Reinigungsstufe. Etwa 2025 wird die Anlage wegen steigender Bevölkerungszahlen an ihre Grenzen stossen. Geplant ist deshalb ein Ausbau von heute 80‘000 auf 125‘000 Einwohnergleichwerte, einer Kennzahl, die Privathaushalte sowie Gewerbe- und Industrieabwässer berücksichtigt. (az)

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