Turgi
Drei von fünf Gemeinderäten hören Ende Jahr auf

Markus Wälty gibt nach knapp neun Monaten im Amt bekannt, dass er im Herbst nicht zu den Wahlen antritt. Zwei weitere Gemeinderäte hören Ende Jahr auf – was ist los beim möglichen Fusionspartner von Baden?

Pirmin Kramer
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Daniel Frei, Daniel Lienammer, Markus Wälty: Die drei Gemeinderäte hören Ende Jahr alle auf. Die Gründe sind unterschiedlich

Daniel Frei, Daniel Lienammer, Markus Wälty: Die drei Gemeinderäte hören Ende Jahr alle auf. Die Gründe sind unterschiedlich

Bilder: zVg

Am Sonntag haben Turgi und Baden Ja zur Ausarbeitung eines Fusionvertrages gestimmt. Nun gibt Turgis Gemeinderat Markus Wälty völlig überraschend bekannt, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nicht mehr antreten wird. Überraschend, weil er erst seit wenigen Monaten im Amt ist; gewählt wurde er Ende September 2020. Wälty gehört der IG Turgi an, wurde bei den Wahlen aber auch von der SP und den Grünen unterstützt. «Mit der Fusionsabstimmung hat mein Entscheid überhaupt nichts zu tun, im Gegenteil: Ich bin sehr glücklich über das Ja auf beiden Seiten. Mein Entscheid ist aus rein persönlichen Gründen gefallen», hält Markus Wälty fest.

Er möchte sich nach gut 30 Jahren als Lehrer und Schulleiter beruflich neu orientieren, sagt er. Dieser Prozess werde mit längeren Abwesenheiten verbunden sein, die sich nicht mit dem Amt eines Gemeinderates vereinbaren lassen. Seine Neuorientierung habe sich im letzten Herbst noch nicht abgezeichnet, «sonst wäre ich selbstverständlich gar nicht angetreten».

Damit kommt es in Turgi in der neuen Amtsperiode – in der die Details zum Fusionsvertrag mit Baden ausgearbeitet werden – zum grossen Umbruch. Bereits Anfang Jahr haben zwei Vertreter der Bürgerlichen Vereinigung Turgi (BVT) bekannt gegen, dass sie im Herbst nicht mehr zur Wahl anreten: Daniel Frei ist seit zwölf Jahren Mitglied des Gemeinderats. Frei betreut die Ressorts Gemeindeliegenschaften und technische Dienste. Er wolle künftig mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Daniel Lienammer war fünf Jahre lang Gemeinderat, als Ressortvorsteher Bau- und Planungswesen, Sicherheit sowie Forst, Natur und Umwelt. Er möchte sich künftig auf seine Funktion als Geschäftsführer konzentrieren.

Zurück zu Markus Wälty: Seine kurze Amtszeit wirft Fragen auf, trotz seiner Aussage, die Gründe seinen persönlicher Natur. Denn schon seine Vorgängerin als Vorsteherin des Ressorts Schule, Romina Suppa, trat bereits nach knapp eineinhalb Jahren im Amt vorzeitig zurück. Wälty betont: «Der Entscheid fiel mir extrem schwer. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung war immer sehr gut.»

«Situation in Primarschule ist sehr schwierig»

Angesprochen auf den Zustand der Schule, sagt er aber unverblümt: «Die Situation in der Primarschule Turgi ist sehr schwierig.» Es habe viele Kündigungen von Lehrpersonen gegeben, der Frust sei allgemein gross. Hinzu kommt: Die Schulpflege, die per 2022 im Aargau abgeschafft wird, gibt es in Turgi bereits nicht mehr. Dies, weil Wälty kürzlich vorzeitig aus der Schulpflege zurückgetreten ist und auf eine Ersatzwahl verzichtet wurde. Der Gemeinderat setzte einen externen Fachausschuss ein, der alle schulischen Geschäfte betreut.