Eine stärkere Entwässerung des Klärschlamms, automatisierte Abläufe und mehr Betriebssicherheit bringt die neue Schlammentwässerungsanlage der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Laufäcker in Turgi. Die Grossinvestition des Abwasserverbands Region Baden Wettingen ist jetzt eingeweiht worden. Das Budget von 3,7 Mio. Franken dürfte leicht unterschritten werden.
Teilweise in Betrieb genommen werden konnte die neue Schlammentwässerungsanlage bereits Ende November 2021. Inzwischen fertiggestellt, wurde sie am Montagabend im Beisein von Behördenmitgliedern der Verbandsgemeinden des ABW (Abwasserverband Region Baden Wettingen) offiziell eingeweiht. Nebst Turgi gehören Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Neuenhof und Wettingen zum Gemeindeverband.
Die modernisierte Anlage bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich, wie der ABW in einer Mitteilung hervorhebt. Der Entwässerungsgrad des Klärschlamms konnte von 30 auf 33 Prozent gesteigert werden. «Damit sparen wir rund 25 Muldenfahrten pro Jahr», sagt ABW-Geschäftsführer Thomas Schluep. Der Schlamm wird in der KVA Turgi verbrannt.
Der entwässerte Schlamm wird neu in geschlossenen Schneckenförderern in die Schlammlagerhalle transportiert und dort automatisch in Mulden abgefüllt. Bisher musste er manuell verladen werden – mit entsprechenden Geruchsemissionen.
Statt einer sind neu zwei Entwässerungsmaschinen in Betrieb. Fällt einer der Dekanter (Zentrifugen) aus, übernimmt der andere. Bisher war bei einem Defekt – also einem Totalausfall – der vorgelagerte Klärschlammbehälter nach einer Woche voll.
Pro Tag fällt auf der ARA Laufäcker so viel Klärschlamm an, dass damit fünf Lastwagen gefüllt werden könnten. Die Erneuerung der Schlammentwässerung unter laufendem Betrieb musste deshalb möglichst effizient vonstatten gehen.
Während zehn Wochen im Herbst 2021 diente eine mobile Entwässerungsanlage als Provisorium. «In dieser Zeit herrschte ein emsiges Treiben, und ist fast jeder Ecke des Gebäudes war jemand am Arbeiten», beschreibt Projektleiterin Simone Bützer vom Ingenieurbüro Hunziker Betatech die Bauarbeiten. Neben Beton, Stahl usw. wurden 16 Kilometer Kabel verbaut.
Ebenfalls saniert wurde die Schlammlagerhalle. Auf dem Dach ist jetzt eine Fotovoltaikanlage montiert, wobei der Vorstand erst während der Bauphase entschieden hat, die Anlage auf die zweite Dachhälfte zu erweitern, wie ABW-Präsident Philippe Ramseier anlässlich der Einweihung sagte. Er fährt fort:
«Der Anteil des Solarstroms, der auf der ARA selbst genutzt werden kann, deckt zirka zehn Prozent des Gesamtstrombedarfs.»
Die neue Schlammentwässerungsanlage ist auf der ARA von aussen kaum sichtbar – und doch handelt es sich für den ABW um eine Grossinvestition. Das Budget beträgt 3,7 Mio. Franken. Die aktuelle Kostenprognose geht – trotz nachträglicher Vergrösserung der Fotovoltaikanlage – von einem leicht tieferen Betrag aus.
Kanalbegehung am Bäderfest
Die Erfolgsrechnung 2021 des ABW weist einen Ertragsüberschuss von rund 2,4 Mio. Franken aus. Damit können laut Mitteilung sowohl die aktuellen als auch die kommenden Investitionen mit eigenen Mitteln gedeckt werden. Dank einer langfristigen Finanzplanung gelinge es dem ABW, die werterhaltenden Investitionen auch zukünftig mit einer konstanten Abwassergebühr von 95 Rappen pro Kubikmeter Wasser selber zu finanzieren.
Jüngst abgeschlossen wurde die Sanierung des Hauptsammelkanals im Bäderquartier; auch dieser Kredit von 1,9 Mio. Franken wird unterschritten. Dieser Abwasserkanal wird anlässlich des Bäderfests Baden Ende Oktober für das Publikum geöffnet: Interessierte werden einen kurzen Kanalabschnitt begehen können.
Den Geschäftsbericht 2021 finden Sie hier.