Turgi
In die historische Spinnerei wird neues Leben einziehen - Räume sind zur Vermietung ausgeschrieben

Ein Teil der denkmalgeschützten Liegenschaft kann ab April für Gewerbe- und Industrie-Nutzung gemietet werden.

az
Merken
Drucken
Teilen
Auf über 7000 Quadratmetern stehen in der Spinnerei Flächen für Büros, Ateliers und mehr frei.

Auf über 7000 Quadratmetern stehen in der Spinnerei Flächen für Büros, Ateliers und mehr frei.

zvg

Jetzt ist klar, was mit dem historischen Spinnereigebäude in Turgi geschieht: Ab dem 1. April stehen im mittleren und westlichen Gebäudeteil auf über 7000 Quadratmetern Flächen für Büros, Ateliers, Produktion oder Lager zur Verfügung. Dabei können die künftigen Mieterinnen und Mieter die Räumlichkeiten nach ihren Bedürfnissen gestalten und ausbauen – soweit dies bauseits möglich sei.

«Wir wünschen uns, dass in der Spinnerei Turgi ein lebendiger und inspirierender Mix aus verschiedenen Gewerbe- und Industriebereichen entsteht», wird Verwaltungsratspräsident Martin Schoop in einer Medienmitteilung zitiert. Ausserdem: «Mit einem Teil des Mietzinses wird ein Fonds gespeist, der diesen Gemeinschaftssinn fördern soll.» Schoop, der selber in Turgi lebt, hat im Frühjahr 2020 das Präsidium übernommen.

Das Spinnereigebäude gilt als grösstes Einzelgebäude im Kanton Aargau und stellte im 19. Jahrhundert eine Art Keimzelle für das Dorf dar; also ein Ort, an dem die Geschichte der Gemeinde ihren Anfang nahm. Das Gebäude wurde 1826 erbaut und war bis 1858 der grösste Spinnereibetrieb der Schweiz. Die Limmatkraftwerke AG teilt weiter mit:

«Das Gebäude wird weitgehend im bestehenden Zustand belassen.»

Es werde mit Fernwärme aus der KVA Turgi versorgt und soll zukünftig wieder Strom aus dem benachbarten Wasserkraftwerk der Limmatkraftwerke AG beziehen.

Die Spinnerei liegt im Zentrum von Turgi und ist gut erschlossen, nicht nur Parkplatz-technisch, sondern auch weil die Spinnerei in Gehdistanz zum Bahnhof Turgi liegt. Zudem werden neu zwei Parkplätze mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ausgerüstet.

Die Limmatkraftwerke AG hat das Gebäude im Juli 2020 von den ABB Immobilien erworben – «ein strategischer Entscheid», schreibt das Unternehmen. Über den Kaufpreis wurde damals Stillschweigen vereinbart. Mit dem Kauf übernahmen die Limmatkraftwerke einerseits die Verantwortung, das Bauwerk zu erhalten und zu pflegen, andererseits betreibt das Unternehmen gleich neben dem Spinnereigebäude eines ihrer Kraftwerke. So könne auch der Betrieb des Kraftwerks längerfristig sichergestellt werden.

Als Eigentümerin kann die Stromproduzentin die Nutzung des Gebäudes selber bestimmen und optimal auf den Kraftwerksbetrieb abstimmen.

Vermarktung ist angelaufen

Die Limmatkraftwerke AG hat einen regionalen Immobiliendienstleister mit der Vermarktung der Spinnerei Turgi beauftragt. Mietinteressentinnen und -interessenten würden weitere Informationen auf der Website der Spinnerei Turgi finden. Und: «Sobald es die Situation erlaubt, soll ein Tag der offenen Tür durchgeführt werden, an dem auch das Kraftwerk besichtigt werden kann».