«Strafanzeige wegen Sozialhilfemissbrauch»: Unter diesem Titel hat die Gemeinde Turgi am Dienstag eine Nachricht auf ihrer Website aufgeschaltet. In der kurzen Mitteilung gibt sie bekannt, dass sie eine Frau angezeigt hat, die von der Sozialhilfe lebt, ihre Einnahmen aber nicht richtig deklariert hat. Sie habe somit Leistungen bezogen, die sie bei korrekten Angaben nicht erhalten hätte. Offen bleibt, ob die Frau in betrügerischer Absicht gehandelt hat.

Turgis Gemeindeammann Adrian Schoop will mit der Anzeige ein Exempel statuieren: «Wir erhoffen uns davon präventive beziehungsweise abschreckende Wirkung», sagt er zur az.

Schoops Engagement im Zusammenhang mit der Sozialhilfe machte schon im vergangenen Juli Schlagzeilen: Von der Aargauer Regierung will er, der auch für die FDP im Grossen Rat politisiert, mittels Interpellation wissen, wie die Sozialhilfekosten zu senken seien. In Turgi fliesse jeder vierte Franken in die Sozialhilfe. Als Beispiel nannte er Zahnsanierungen bei Flüchtlingen.

«Eine 59-jährige Schweizerin, die jahrzehntelang in die Sozialwerke eingezahlt hat, hat mehr verdient als ein anerkannter Flüchtling»

«Eine 59-jährige Schweizerin, die jahrzehntelang in die Sozialwerke eingezahlt hat, hat mehr verdient als ein anerkannter Flüchtling»

Um die Sozialhilfekosten zu senken, will Gemeindeammann Adrian Schoop etwa Leistungen für Flüchtlinge kürzen. Die Grüne  Grossrätin Gertrud Häseli hält dagegen.

(mwa)