Referendum kommt zustande

Turnhalle spaltet Oberrohrdorf – jetzt entscheidet das Stimmvolk

Das Referendum kam zustande, über den Kredit für die dritte Turnhalle in Oberrohrdorf wird nochmals abgestimmt.

Das Referendum kam zustande, über den Kredit für die dritte Turnhalle in Oberrohrdorf wird nochmals abgestimmt.

Ein Kredit für die Turnhalle in Oberrohrdorf wurde an der Gemeindeversammlung anfangs Dezember abgelehnt. Doch das «Komitee för es läbigs Dorf» hat die nötigen Unterschriften für ein Referendum zusammen. Die Chancen für ein Ja seien intakt.

Sie geben nicht auf, die Befürworter der geplanten neuen Turnhalle in Oberrohrdorf. An der Gemeindeversammlung (GV) Anfangs Dezember hatten die anwesenden Stimmbürger den Kredit von 6,55 Millionen Franken für den Bau einer neuen Turnhalle und die Renovierung der beiden alten Hallen noch abgelehnt. Nun haben die Befürworter des «Komitees för es läbigs Dorf» ein Referendum zustande gebracht. 363 Unterschriften wurden der Gemeinde übergeben, nötig gewesen wären 280. Wie der Gemeinderat mitteilt, wird das Oberrohrdorfer Stimmvolk am 8. März an der Urne definitiv über die Turnhalle entscheiden.

Mit klaren Siegeschancen rechnen die Initianten nicht. Christian Zimmermann, Sprecher des Pro-Komitees, gibt sich vorsichtig: «Einfach wird es sicher nicht», sagt er. «Wir wollen aber mindestens, dass umfassend über das Projekt diskutiert wird.» Das sei den Befürwortern nämlich zu kurz gekommen.

Es ging nur ums Geld

«An der GV wurde in erster Linie über die Kosten gesprochen», sagt Zimmermann. Was mit der neuen Halle wirklich geplant ist, wüssten einige Bürger nicht – das habe man beim Sammeln der Unterschriften fürs Referendum gemerkt. «Viele denken etwa, es gehe um eine Dreifachturnhalle, was natürlich nicht stimmt.» Dass noch ein Musikzimmer und ein Gymnastikraum zu der neuen, separaten Halle dazugehören, sei ebenfalls nicht bekannt. «Es ist nicht einfach nur eine Halle», betont Zimmermann. Damit die Bevölkerung bei der Urnenabstimmung besser im Bild ist, veranstaltet das Pro-Komitee am 18. Februar eine Informationsveranstaltung im Foyer der Turnhalle Hinterbächli. «Wir wollen nüchtern und sachlich erklären, worum es wirklich geht.»

Hallen wurden bereits saniert

Auch Thomas Schneider vom gegnerischen «Komitee für gesunde Finanzen» sieht Informationsbedarf für die Bevölkerung. Es werde nämlich fälschlicherweise behauptet, die aktuellen Hallen müssten saniert werden. «Ich war in der Baukommission, als die Hallen in den 90ern erneuert wurden», sagt er und betont: «Die Turnhalle Hinterbächli hat keinen akuten Sanierungsbedarf.» Zudem werde stets behauptet, die Hallen seien 40-jährig, dabei seien sie vor 20 Jahren «für viel Geld umfassend renoviert worden».

Schneider warnt: «Mit der neuen Halle riskiert Oberrohrdorf, in die Überschuldung zu laufen.» Dies besonders wenn der Steuerfuss erst im Nachhinein erhöht werden sollte. Für Christian Zimmermann vom Pro-Komitee gehe es aber um mehr als nur die Turnhalle: Es gehe um die Anerkennung der Vereine, die fürs Dorf wichtig seien und mehr Platz bräuchten. «Wir wollen ein lebendiges Dorf», sagt er. «Die neue Turnhalle ist ein erster Schritt in die Richtung.» Oberrohrdorf dürfe gemäss Zimmermann nicht einfach zum Schlafdorf werden. «Der tiefe Steuerfuss kann nicht der einzige Anziehungspunkt für Oberrohrdorf sein.»

Thomas Schneider vom Gegnerkomitee bleibt bei seinem Standpunkt: «Die geplante Turnhalle ist ein Luxusprojekt zugunsten der Interessen einiger weniger Vereine.» Nur weil sich die Vereine gewohnt seien, die Turnhallen benützen zu dürfen, könnten sie keine Forderungen an die Gemeinde stellen, ihnen eine neue Halle zu bauen.

Meistgesehen

Artboard 1