Handball
TV Endingen bot Champions-League-Klubs die Stirn

Bei der Premiere des Go-Easy-Cups überzeugte der TV Endingen. Sowohl als Organisator wie auch die Mannschaft auf dem Spielfeld gegen Spartak Moskau und Dukla Prag.

Alexander Wagner (Text und Foto)
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Go-Easy-Cup TV Endingen
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Mit seiner unerschrockenen und unkonventionellen könnte er zum wichtigen Rückhalt der Endinger werden.
Leonard Pejkovic (rechts, TVE).
Joel Huesmann in Aktion.
TVE-Trainer Zoltan Majeri.

Go-Easy-Cup TV Endingen

Alexander Wagner

Der TV Endingen hat sich seit fast einem Vierteljahrhundert einen hervorragenden Ruf als Organisator von Junioren-Turnieren geschaffen. Heuer setzten die Surbtaler nun einen drauf – ein wahres Sahnehäubchen. Die U17 Junioren kämpften an zwei Tagen wieder um Ehre, Punkte und Siege. Daneben kamen mit Spartak Moskau und Dukla Prag zwei absolute Topmannschaften nach Station Siggenthal in die Go Easy-Arena.
Die beiden Teams haben schon in der Champions League gespielt und sind gespickt mit Nationalspielern. Deshalb musste man befürchten, dass diese Mannschaften für die Handballer der Endinger aus der Nationalliga B eine Schuhnummer zu gross sind.

Doch mitnichten. Gegen Moskau lagen die Surbtaler 50 Minuten in Führung uns mussten sich am Ende hauchdünn mit 25:26 geschlagen geben. Noch besser lief es in der zweiten Partie. Gegen Dukla Prag setzten sich die Surbtaler souverän mit 26:23 durch. Und dies nicht etwa knapp und mit einem fulminanten Endspurt, sondern hoch verdient und mit einem Start-Ziel-Sieg. Die Gastgeber lagen die gesamte Spielzeit in Führung.

Immer eine Lösung bereit
Und dies obwohl die osteuropäischen Gegner nicht nur routinierter, sondern auch physisch überlegen sind. Sowohl die Russen als auch die Tschechen sind im Schnitt grösser und kräftiger. «Man hat immer eine Chance. Grösse kann man mit Schnelligkeit begegnen», meint Endingens Cheftrainer Zoltan Majeri. Dies zeigt sehr typisch seine Art, wie er mit den Spielern spricht und arbeitet. Er will nicht nur jedes Spiel gewinnen, er glaubt auch felsenfest daran. «Wenn man Angst hat zu verlieren, dann verliert man auch», ist er überzeugt. Und wir hatten keine Angst. Handball spielt sich viel im Kopf ab», betont er.

Zudem hat Endingen auch viel individuelle Klasse bekommen: Goalie Christophoros Nungovitch ist mit 1,85 Meter nicht gerade ein Riese für einen Torwart. Aber mit seiner unkonventionellen Art und seiner Unerschrockenheit ein grosser Rückhalt für die Mannschaft. Und mit dem fast zwei Meter grossen Joel Huesmann haben die Surbtaler auch mehr Masse und Durchschlagskraft für den Rückraum erhalten. Zudem können sie sich auf das eingespielte Trio mit Captain Christian Riechsteiner, Kreisläufer Leonard Pejkovic und Shooter Nemanja Sudzum verlassen. Die drei spielen seit bald sieben Jahren zusammen und harmonierten blind.

Obwohl die Endinger überzeugen konnten, glaubt der Trainer, dass noch mehr möglich ist. «Im Moment bin ich recht zufrieden. Wir hatten einen Plan und dabei müssen wir bleiben. Das gibt uns Stabilität», analysiert er. Das Team hat in beiden Partien nur 49 Treffer kassiert. Und das gegen deutlich höher eingestufte Mannschaften und obwohl sie nach den Abgängen beider Torhüter und dem Abwehrchef eine komplett neue Verteidigung aufbauen mussten. «Die Spieler haben Vertrauen in das neue System und das gibt uns Stabilität», weiss Majeri. Trotzdem sei noch mehr möglich. «Wir sind momentan wohl bei rund 95 Prozent unseres Leistungsvermögens.

Kein Druck
Erleichternd kam dazu, dass niemand von den Endingern einen Sieg gegen Spartak Moskau oder Dukla Prag erwartete. Sie konnten befreit aufspielen und hatten nichts zu verlieren – oder nur zu gewinnen. Interessant wird es sein, wenn die Surbtaler gegen schlechter eingestufte Mannschaften antreten müssen und sowohl die Zuschauer als auch das Umfeld einen Sieg erwartet. Es wird sich zeigen, wie die Mannschaft dann mit dieser neuen Situation umgehen wird.

Aber die Feuertaufe hat die neuformierte Mannschaft des TV Endingen mit Bravour bestanden. Genau wie der ganze Verein als Organisator sowohl des Juniorenturniers als auch des ersten Go Easy-Cups.

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