U-Boot, Zeppelin und Dobermänner auf Eis: Dieser Spanier malt ein ganzes Werk nur für Baden

Rubén Torras Llorca reiste quer durch Spanien und Frankreich, um in Baden seine Collagen und Ölmalereien auszustellen.

Ursula Burgherr
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Der Spanier Rubén Torras Llorca reduziert seine Bilder so lange, bis nur noch geometrische Farbflächen zurückbleiben.zvg

Der Spanier Rubén Torras Llorca reduziert seine Bilder so lange, bis nur noch geometrische Farbflächen zurückbleiben.zvg

Jane Paul und Reinhard Mesletzky von der Badener Galerie DoK präsentieren in ihren Räumen digitale Collagen und Ölmalereien auf Holz des Künstlers Rubén Torras Llorca. Der 36-jährige Spanier wurde an der Kunstmesse Incubarte 2013 in Valencia für sein Schaffen prämiert und zeigt seine Exponate das erste Mal in der Schweiz.

Auf der Suche nach Abenteuer

Mit seinem Auto und einer Ladung zusammengerollter Bilder und Leinwänden fuhr Torras Llorca quer durch Spanien und Frankreich, um der Badener Bevölkerung sein Oeuvre zu präsentieren. In seinen abstrakten Malereien, die er speziell für die Ausstellung in der Limmatstadt kreierte, dominieren strenge Formen in leuchtendem Kolorit. «Ich skizziere reale Eindrücke und Fiktionen tagebuchartig auf Papier, übertrage sie später auf meinen Computer und reduziere so lange, bis nur noch Farbflächen mit geometrischen Grundstrukturen zurückbleiben», erklärt er seine Vorgehensweise. Das Endresultat sind abstrakte Kompositionen, in denen der Betrachter bisweilen Landschaften oder Häuserzeilen zu entdecken meint, vor allem aber mit der eigenen Vorstellungskraft spielen kann. Eine völlig andere Seite von Torras Llorca entdeckt man in den verspielten, surreal anmutenden digitalen Collagen, die der Kreative zu einem grossen Teil aus alten Fotografien zusammengestellt hat. Da sitzt eine ältere Dame mit zwei Dobermännern auf einer Eisscholle, daneben ragt ein Sprungturm in die Höhe. Zwei Touristen lugen aus einem Zelt hervor, das mitten in der Wüste steht; in der Ferne ist das Meer zu sehen und am Firmament hängt ein Zeppelin. Der Archäologe im 30er-Jahre-Look steht auf einer Eisscholle; an ihm fährt eine Planierraupe voll beladen mit Computern vorbei und im Hintergrund versinkt ein U-Boot. Nichts scheint unmöglich in Torras Llorca digitalen Welten. Aber alle drücken seine Sehnsucht nach Abenteuer aus. Schnee und Eis sind wichtige Elemente, die den Kunstschaffenden aus Katalonien zu faszinieren scheinen. «Das Ungewisse und Fremde zieht mich an», sagt er zu seinen Werken. Lustvoll pendelt er zwischen Realität und Fantasie, zwischen strenger Reduktion und verspielter Fülle.

Die Ausstellung von Rubén Torras Llorca in der Galerie DoK, Haselstrasse 9, Baden, kann noch bis zum 18.12. besucht werden. Öffnungszeiten: Do., 16 bis 19 Uhr oder auf telefonische Anfrage,
Tel.: 056 222 63 22.

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