Ennetbaden
Über 500 Unterschriften gegen die Mobilfunkantenne gesammelt

Anhaltende Kritik an einer Antenne im Siedlungsgebiet: Gut 70 Interessierte kamen an die Informationsveranstaltung des Gemeinderates über künftige Standorte für Mobilfunkantennen.

Lukas Bertschi
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Gut 70 Interessierte kamen an die Informationsveranstaltung des Gemeinderates über künftige Standorte für Mobilfunkantennen. Neben diesen wurde über die Notwendigkeit sowie gesundheitliche Schäden diskutiert. Nachdem die IG-Antenne 500 Unterschriften gegen den Standort beim Feuerwehrlokal und mit der Forderung einer Versetzung an die Peripherie gesammelt hatte, erstellte die Gemeinde Ennetbaden ein Antennenkonzept. Gestützt auf diesem möchte die Swisscom bei der Sportanlage Bachteli oder bei der WC-Anlage Ecke Grendelstrasse eine Antenne errichten.

Da die Sportanlage Bachteli lediglich 100 Meter vom ersten Standort entfernt ist, hat die IG-Antenne erneut 500 Unterschriften gesammelt. «Die Gemeinde nimmt die Bevölkerung nicht ernst und geht nicht auf ihre Anliegen ein», so Martin Brugger, Präsident der IG-Antenne. Der Ennetbadener Gemeindeammann Pius Graf ist hingegen überzeugt, dass das Antennenkonzept das Gegenteil zeige. «Solange aber ein Standort innerhalb der Bauzone möglich ist, würde der Kanton uns keinen Standort ausserhalb bewilligen», so Graf.

Notwendigkeit angezweifelt

An der Veranstaltung meldeten sich auch Bürger, die grundsätzlich gegen mehr Strahlung sind. Graf stimmte zu, dass die Auswirkungen der Strahlen auf den Menschen nicht abschätzbar seien. Gleichzeitig relativierte er aber: «Das ist aber auch so beim Feinstaub, beim CO2 und so weiter.»

Des weiteren bezweifelten einige die Notwendigkeit einer neuen Antenne und deren Nutzen, da es sich beim Standort Bachteli um eine UMTS Anlage handeln würde. Eine solche wird für den normalen Mobilfunk nicht benötigt. Laut Swisscom Sprecherin Susanne Buntefuss ist die Internetnutzung über Handys in Ennetbaden aber weitverbreitet. «Ennetbaden wird zur Zeit einfach von Baden versorgt», so Buntefuss. Dieses Netz stosse jedoch an seine Grenzen, zudem verdoppele sich der Datenverkehr alle 7 Monate.

Netz für zwei bis drei Jahre

Der Swisscom Projektleiter Rolf Frei sieht im Bachteli den optimalen Antennenstandort, da man von dort ganz Ennetbaden abdecken könnte. Der WC-Standort sei nur bedingt optimal, da man nur in eine Richtung senden könne, sonst würde das Badener Netz gestört. Der Mobilfunkanbieter rechnet damit, dass mit einem Neubau die Versorgung der Gemeinde für zwei bis drei Jahre sichergestellt wäre. «Wie es dann weitergeht, lässt sich heute nicht abschätzen», so Buntefuss.