Architektur
Überbauung «Brisgi»: Badener Architekten gewinnen Wettbewerb

Wo einst BBC-Arbeiter in Baracken wohnten, entsteht eine Überbauung der Wohnbaustiftung. Ein Badener Team hat beim Architekturwettbewerb gewonnen.

Pirmin Kramer
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Preisgünstiger Wohnraum, vor allem für Familien mit Kindern: So wird das Brisgi-Areal im Kappelerhof in Zukunft aussehen.ZVG

Preisgünstiger Wohnraum, vor allem für Familien mit Kindern: So wird das Brisgi-Areal im Kappelerhof in Zukunft aussehen.ZVG

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Der Sieger des Architekturwettbewerbs für die Brisgi-Überbauung im Kappelerhof steht fest: Die Jury hat sich für das Projekt «Kandalama» entschieden, das die Meier Leder Architekten aus Baden gemeinsam mit dem Team Müller Sigrist aus Zürich entworfen haben.

Das Brisgi-Areal zählt mit 6,5 Hektaren zu den letzten grossen Baulandreserven Badens, rund zehn Fussballfelder hätten darauf Platz. Damit das noch vorhandene stadteigene Land ökologisch und ökonomisch sinnvoll genutzt wird, wurde vor sechs Jahren die Wohnbaustiftung ins Leben gerufen.

Sie verfügt über ein Eigenkapital von 10 Millionen Franken und investiert dieses in erster Linie in das Wohnprojekt auf dem Brisgi-Areal: Ziel ist es, qualitativ guten und preisgünstigen Wohnraum zu erstellen, insbesondere für Familien mit Kindern. Gefördert werden soll das generationenübergreifende Zusammenleben von Menschen aller Altersgruppen.

Quartiereigenen Charakter stärken

Im Frühling lancierte die Wohnbaustiftung den Projektwettbewerb für die Brisgi-Überbauung. Der quartiereigene Charakter des Areals müsse gestärkt werden, lautete eine der Vorgaben. «Das Neue soll das Vorhandene ergänzen, bereichern und nicht konkurrieren.» Verlangt wurden Ideen, die eine breite Mieterschaft ansprechen und die unterschiedlichsten Wohnformen möglich machen.

Am Wettbewerb beteiligten sich zehn Teams, die allermeisten stammen aus Zürich; wohl, weil diese Büros über grosses Know-how im gemeinnützigen Wohnungsbau verfügen. Ausgewählt worden ist nun ausgerechnet das Projekt des einheimischen Badener Architektur-Büros.

Es weise bestechende Qualitäten auf, sowohl aus städtebaulicher und architektonischer Sicht als auch aus der Perspektive der zukünftigen Nutzung. Die Jury lobt in ihrem Bericht weiter: «Alle Wohnungen sind gut besonnt und mehrseitig ausgerichtet.» Die Gebäude gliederten den Hang von der Brisgistrasse bis zur Ebene des Flussraumes in drei Stufen.

Baustart frühestens 2020

«Zwischen den Gebäuden entstehen dadurch Begegnungszonen und Aufenthaltsbereiche, die Raum für das gemeinschaftliche Leben bieten.» Das Projekt bringe stadträumliche, soziale und technische Aspekte in einen schlüssigen Zusammenhang, die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens sei überzeugend ausgearbeitet worden. Wie Stadtammann und Stiftungspräsident Geri Müller diesen Sommer sagte, ist mit einem Baustart frühestens im Jahr 2020 zu rechnen.

Im Kappelerhof-Quartier, das rund zweieinhalb Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt, leben rund 3000 Menschen. Das Brisgi-Areal ist vom Kappelerhof durch die Bahnlinie abgetrennt. Ab 1947 hatte die BBC auf dem Areal Baracken für die Unterbringung von Gastarbeitern errichtet, in der Folge lebten dort bis zu 1500 Männer.

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