Mellingen
Überbauung steht zur Hälfte leer – CS-Stiftung schreibt 11 Millionen ab

Vor zwei Jahren zogen die ersten Mieter in die Überbauung «Neugrüen» ein. Doch rund 100 Wohneinheiten stehen immer noch leer. Die Anlagestiftung der CS muss als Inhaberin wegen ausbleibender Mieteinnahmen Millionen abschreiben.

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Neugrüen-Überbauung in Mellingen (7.11.2015) Fast die Hälfte der 198 Wohnungen im «Neugrüen» stehen noch leer.
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Die Anlagegruppe CSA Real Estate Switzerland beklagt einen Mietausfall von 2,14 Millionen Franken.
Die Anlagestiftung hat ihre Anlage von rund 100 Millionen Franken auf 89 Millionen Franken abgewertet.
Die Mietpreise im «Neugrüen» sind verhältnismässig hoch.
Neugrüen-Überbauung in Mellingen
«Neugrün»-Überbauung – Visualisierung.
«Neugrün»-Überbauung – Visualisierung.
«Neugrün»-Überbauung – Visualisierung.
«Neugrün»-Überbauung in Mellingen – Visualisierung.

Neugrüen-Überbauung in Mellingen (7.11.2015) Fast die Hälfte der 198 Wohnungen im «Neugrüen» stehen noch leer.

HO

Seit knapp zwei Jahren sind die Wohnungen und Einfamilienhäuser der Wohnüberbauung «Neugrüen» bezugsbereit. Doch beinahe die Hälfte der 198 Wohneinheiten stehen immer noch leer, wie der «Reussbote» in seiner gestrigen Ausgabe berichtet.

Die Inhaber von der CSA Real Estate würden zwar ungehindert Optimismus verbreiten. Aber «Aus dem Geschäftsbericht vom 30. Juni geht hervor, dass noch nicht mal die Hälfte der Mietobjekte besetzt ist. Vom budgetierten Mietertrag von 4,209 Millionen Franken im Jahr, verzeichnen die Inhaber Mietzinsausfälle im Betrag von 2,144 Millionen Franken», heisst es im «Reussbote».

Besser sieht es bei den Zahlen zu den Gewerbeflächen aus. Dort gab es lediglich eine Mietausfallquote von 7,14 Prozent; von den 1,327 Millionen Franken fallen lediglich 94 850 Franken aus.

11 Millionen Franken weniger

Die Anlagestiftung hat ihre Anlage von rund 100 Millionen Franken auf 89 Millionen Franken abgewertet. Denn laut Gesetz müssen Anlagestiftungen den Verkehrswert ihrer Liegenschaften von einem unabhängigen Experten bewerten lassen. Bei der Überbauung «Neugrüen» wurde dies von den Schätzungsexperten des Immobilien-Beratungsunternehmens «Wüest & Partner» gemacht und die kamen zum Ergebnis: Der Verkehrswert vom «Neugrüen» muss um 11 Millionen Franken tiefer bewertet werden.

Die Mietpreise im «Neugrüen» sind verhältnismässig hoch. Gemäss «Wüest & Partner» kann man sich für eine neugebaute Mietwohnung in der Gemeinde Mellingen am Schweizer Durchschnitt orientieren. Demnach käme eine 97 Quadratmeter grosse Wohnung ohne Nebenkosten auf 1800 bis 1850 Franken Miete pro Monat. Im «Neugrüen kostet eine solche Wohnung 2060 Franken. Zwar sei das Wohnpotenzial der Gemeinde noch nicht ausgeschöpft, sagte Immobilienanalyst Robert Weinert jüngst gegenüber dem «Badener Tagblatt». «Aber der Markt ist preisempfindlicher geworden.»

Mellingen könne dennoch vom Verdrängungsdruck aus Zürich profitieren, sagte Weinert. «Dafür sprechen auch die guten Anbindungen von öffentlichem und privatem Verkehr an Zürich und die Nähe zu Baden.»

Konkurrenz wächst

Eigentlich gute Zukunftsaussichten für die Investoren des «Neugrüens». Doch die Konkurrenz schläft nicht: Im 5200-Seelen-Städtli Mellingen stehen bereits zwei weitere Grossprojekte in der Pipeline (die az berichtete). Zum einen ist das die Wohnsiedlung «Grosse Kreuzzelg»: Das 49-Millionen-Franken-Projekt sieht 116 Eigentums- und Mietwohnungen vor. Zum anderen entsteht im Gheid-Quartier ein ganzer Gewerbepark mit 16 Häusern für Wohnen und Gewerbe. Der Bau der ersten Etappe ist im Februar 2016 geplant.

Auch die Firma Twerenbold Reisen AG aus Baden investiert in Mellingen und baut ein Mehrfamilienhaus mit 16 Wohnungen. In den nächsten Jahren ist demnach mit über 140 Wohnungen zu rechnen. (az)

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