Die Revolution der Telekommunikation in Baden ist in vollem Gange. Die Baden Fibre Networks AG (BAFN) hat sich im Jahr 2011 das Ziel gesetzt, die rund 21 000 Bewohner von Baden und Ennetbaden bis 2018 mit einem Anschluss an ihr schnelles Glasfasernetz auszustatten – und zwar umsonst.

Positive Überraschung

Dieses Angebot stösst auf grosses Interesse: Über 90 Prozent der angeschriebenen Liegenschaftsbesitzer haben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. «Das ist ein toller Erfolg. Das grosse Echo auf unser Angebot hat uns positiv überrascht», sagt Roger Heggli. Er ist Vorstandsmitglied der Swiss4net Holding AG, der Muttergesellschaft von BAFN und für die Erschliessung des Netzes zuständig. Etappenweise verlegt das Unternehmen seit 2014 die nur wenige Mikro-Millimeter dünnen Glasfasern in den gemieteten Rohren der Regionalwerke AG Baden (RWB). In allen Zonen ausser «Brunnmatt» und «Ennetbaden Teil 2» sind die Arbeiten bereits beendet. In diesen beiden Quartieren ist ein kostenloser Anschluss für die Hauseigentümer noch für kurze Zeit möglich. Fast überall läuft das Netz aber bereits jetzt auf Hochtouren.

Inwiefern profitieren die Liegenschaftsbesitzer vom Angebot der BAFN? «Speziell ist die ausserordentliche Schnelligkeit des Glasfasernetzes», sagt Heggli. Die Datenübertragung in den Glasfaserleitungen erfolge mit 300 000 Kilometern pro Sekunde. Doch das ist noch nicht alles: Jeder Kunde erhält einen separaten Zugang zum Netz bis in die Wohnung. «Das System besteht im Grunde aus tausenden Datenautobahnen. Und jeder Kunde hat eine Spur für sich ganz alleine», erklärt Heggli.

Jeder Provider könne auf dem Netz seine Dienste anbieten. Weltweit gebe es kein Betriebsmodell, das ein vergleichbares marktoffenes Netz anbiete. Einen Haken gäbe es nicht, sagt Heggli. «Es kann zu keinem Zeitpunkt zu einem Datenstau kommen.» 365 Tage im Jahr erbringt das Glasfasernetz seine uneingeschränkte Leistung.

Telekomriese geht ans Netz

Einige Provider sind bereits aufgeschaltet. In Kürze wird auch der
Telekomriese Sunrise empfangbar sein. Die Erschliessung finanziert die Swiss4net Holding AG komplett aus eigener Hand. «Das Projekt ist kostspielig und wird erst nach mehreren Jahren rentabel sein», sagt Heggli.

Weitere Projekte möglich

Er verrät: «Auch mit umliegenden Gemeinden wurden bereits Gespräche über weitere Erschliessungen geführt.» Doch nicht immer sei die bestehende Infrastruktur für das Verlegen von Glasfasern geeignet. Auch wenn diese fast wartungsfrei sind, müssen die Rohre in gutem Zustand sein. Dennoch sei es denkbar, dass in ein paar Jahren weitere Gemeinden in der Region in den Genuss eines modernen Glasfasernetzes kommen werden. «Denn diese bilden die Telekommunikation der Zukunft», sagt Heggli überzeugt.