Baden

Um Schmetterlinge anzulocken, werden Pionierbäume benötigt

Das Stadtforstamt will bestimmte Bäume fördern — und damit neue Tierarten anlocken. Unterstützung für die sogenannten Pionierbäume suchen sie passenderweise bei Firmen mit Pionier-Charakter.

Was macht den kleinen Schillerfalter aus? Der dunkelblaue Schmetterling ist etwa so breit wie eine Hand, befindet sich unter Schutz — doch er fliegt nicht durch den Badener Wald. Das Stadtforstamt will das ändern und hat deshalb mit der Firma «ecolinnea» ein Projekt ausgearbeitet.

Denn um die Biodiversität im Badener Wald zu steigern, reicht es nicht, 100 Schmetterlinge freizulassen. Nur durch die Entwicklung eines geeigneten Lebensraums könnten neue Arten angelockt werden.

Bäume mit speziellem Talent

Das Schlüsselwort dazu lautet «Pionierbäume». Ihren Namen verdienen sich diese Arten, wie zum Beispiel Birke, Espe und Salweide, durch eine besondere Fähigkeit: Ihre hohe Fruchtbarkeit und ihr starkes Wachstum machen sie oftmals zu den ersten Bäumen, die eine freie Fläche neu besiedeln können.

Ein gutes Beispiel dafür gibt Georg Schoop, Leiter des Stadtforstamts Baden: «Im Gebiet Müsern standen nach dem Sturm Lothar im Jahr 1999 weniger als 50 Birken. Einige Jahre später waren es wieder tausende.» So schnell die Pionierbäume auch neue Flächen besiedeln, so stark werden sie später von anderen Arten verdrängt. Das ist für die Tiervielfalt problematisch, sind doch Birken und Espen die perfekten Wirte.

Sarah Niedermann und Georg Schoop zum neuen Projekt

Sarah Niedermann und Georg Schoop zum neuen Projekt

Privaten Partner gefunden

Aus diesem Grund sollen die Pionierbäume gezielt gefördert werden. Das Ziel: eine Verdoppelung des Bestandes bis ins Jahr 2022. Dazu braucht es nicht nur spezielle Schulungen des Forstpersonals, sondern einen Partner aus der Privatwirtschaft, der das Projekt unterstützt.

«Dafür suchten wir jemanden, der den Pioniercharakter unseres Vorhabens widerspiegelt», erklärt Schoop. Fündig wurde er bei den Gewinnern des letztjährigen Aargauer Unternehmerpreises. Die Haustechnik-Firma Felix & Co aus Gebenstorf wird das Projekt über die nächsten fünf Jahre unterstützen. Einerseits mit einem jährlichen fünfstelligen Sponsoringbetrag, andererseits mit der Organisation der Öffentlichkeitsarbeit.

Sarah Niedermann von «ecolinnea» und Georg Schoop konnten die Verantwortlichen innert kurzer Zeit von ihrer Idee überzeugen. Freuen wird es auch den kleinen Schillerfalter. Bald soll er den Besuchern des Badener Walds wieder begegnen.

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