Baden
Um Schulhausplatz zu umfahren: Jeder Dritte missachtet dieses Verbot

Seit dem Baustart beim Schulhausplatz in Baden sind die grossen Staus zwar ausgeblieben. Doch nun zeigt eine Polizeikontrolle: Viele fahren die Extraschlaufe über die Allmend - und missachten dabei ein Verbot.

Roman Huber
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Die Signalisation zeigt es klar an: Via Rütistrasse und Allmend ist der Durchgangsverkehr nicht gestattet.

Die Signalisation zeigt es klar an: Via Rütistrasse und Allmend ist der Durchgangsverkehr nicht gestattet.

Roman Huber

Seit dem 21. Juli ist auf dem Schulhausplatz manches anders als vorher. Konkret: Auf den vier Hauptachsen sind von 12 möglichen Fahrtrichtungen nur noch deren 5 in Betrieb. Die andern Verkehrsbeziehungen sind bis zum Bauende in zwei Jahren aufgehoben. Das verlockt natürlich, sich seine eigene Route durch die Quartiere zu suchen.

90 Minuten: 2400 Franken Busse

Die Stadtpolizei hat zu Beginn Kontrollen in den Quartieren angekündigt. Doch zuerst wollte man zuwarten, zumal aus den Quartieren noch keine Klagen vorgelegen haben. Am vergangenen Freitag stellten sich dann je sechs Polizeikräfte sowie Personen eines privaten Sicherheitsdienstes bei der Rüti- und der Burghaldenstrasse zur Kontrolle auf.

Von 15.45 Uhr bis 17.15 Uhr wurden alle passierenden Autolenker auf ihr Durchfahrtsrecht geprüft. Von 80 Fahrzeugen, die diese Route gewählt hatten, waren deren 24 nicht berechtigt. Für das Missachten des Fahrverbotes bekamen sie eine Ordnungsbusse von 100 Franken aufgebrummt, meldet Max Romann, stellvertretender Polizeikommandant, der für die Kontrolle zuständig war.

Der Schleichweg von der Bruggerstrasse über die Rütistrasse umfährt den Schulhausplatz über die Allmend und kehrt über die Kennelgasse zur Mellingerstrasse zurück. Die Stadtpolizei hat dies unterbunden und im Vorfeld der Arbeiten sowohl bei der Einfahrt Rütistrasse wie auch auf der andern Seite bei der Kennelgasse Fahrverbote mit ausgenommen Zubringerdienst aufgestellt.

Die zweite Schleichwegroute, die via Bahnhof Oberstadt über die Zürcherstrasse führt, biegt bei der Kreuzung Webermühle oder in der Klosterrüti wieder auf die Kantonsstrasse und in Richtung Autobahn ein. Hier gibt es bereits ein Durchfahrtsverbot.

«30 Prozent sind signifikant»

«Es ist halt so: Der Verkehr sucht sich immer seinen Weg», sagt Badens Polizeichef Martin Brönnimann. Ob der Anteil von 24 Lenkern, die auf der Durchfahrt waren und damit das Fahrverbot missachtet hatten, bei insgesamt 80 Fahrzeugen nun besonders viel ist, lässt sich für die Polizei nur schwer einschätzen. «30 Prozent, das ist jedoch eine signifikante Zahl», lautet Brönnimanns Kommentar.

Wie die Situation vor der Schulhausplatz-Sanierung gewesen sei, das wisse man hier nicht. «Wir werden die Kontrolle nun in einem bestimmten Rhythmus durchführen», kündigt der Polizeichef an. Die nächste Kontrolle werde bei der Durchfahrt Richtung Neuenhof sein, also auf der Zürcherstrasse.

Die Stadtpolizei setze damit den den Auftrag des Stadtrates durch, der während der Bauzeit am Schulhausplatz keine Umfahrungsrouten durch Wohnquartiere gewährt habe, und zwar zum Schutz der Anwohner. Für die Autofahrer gilt es, dieses Verbot zu respektieren, so die klare Meinung von Polizeiseite. Ansonsten ist Brönnimann mit der Verkehrssituation beim Schulhausplatzumbau zufrieden.

Die Erwartungen waren vorher unterschiedlich. Manche Leute befürchteten massive Staus. Diese haben sich jedoch bislang in Grenzen gehalten. Entsprechend beurteilt Martin Brönnimann die Verkehrssituation: «Wir sind im Grossen und Ganzen zufrieden und froh, dass sich die optimistischen Prognosen der Verkehrsspezialisten bewahrheitet haben, abgesehen von gewissen Phasen», und darüber sei er persönlich nicht erstaunt.

Natürlich werde man die Situation genau beobachten. Auch würden gewisse kleine Korrekturen gemacht, sagt Brönnimann. So werden die Verkehrssignale beim Fussgängerstreifen bei der «Kiste» und dem Bezirksgebäude noch besser postiert.

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