Mellingen
Umfahrung Mellingen: Beteiligte haben sich über Anpassungen geeinigt

Am 15. Mai hat das Aargauer Stimmvolk mit über 60 Prozent für die Umfahrung Mellingen gestimmt. Unter den Vorzeichen des heftigen Abstimmungskampfes war zu erwarten, dass auch die Umsetzung des Projekts zu hitzigen Diskussionen führen wird.

Martin Rupf
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Fotomontage Umfahrung Mellingen

Fotomontage Umfahrung Mellingen

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Am 15. Mai hat das Aargauer Stimmvolk mit über 60 Prozent für die Umfahrung Mellingen gestimmt. Unter den Vorzeichen des heftigen Abstimmungskampfes war zu erwarten, dass auch die Umsetzung des Projekts zu hitzigen Diskussionen führen wird. Ein von Regierungsrat Peter C. Beyeler initiierter Projektdialog hatte deshalb zum Ziel, dass die verschiedenen Anspruchsgruppen ihre Anliegen und Interessen einbringen, ehe das Projekt im Mai 2012 aufgelegt wird.

Überführung wird weniger gross

Nun liegen die Resultate dieser «vier intensiven Sitzungen» vor, wie der Kanton in seiner Mitteilung schreibt. Folgende Änderungen gegenüber dem generellen Projekt wurden festgehalten:

• Beim Lärmschutz im Bereich des Kreisels Birrfeldstrasse und des Sportplatzes gibt es Anpassungen. Weil Schutzwälle in Wohlenschwil und Büblikon gemäss Berechnungen kaum Wirkung entfalten, wird auf solche verzichtet. Dafür soll ein geräuschabsorbierender Belag eingebaut werden.

• Die Uferzone Greumet soll erhalten, auf eine Reussaufweitung verzichtet werden. Mit den Einsparungen von 170000 Franken werden einem Fonds für Naturausgleichsmassnahmen gutgeschrieben.

• Die Linienführung im Bereich Franzosengraben wird zugunsten der Landwirtschaftsflächen und einer Lage in möglichst grosser Distanz zu Wohlenschwil angepasst. Zudem sollen für den Sichtschutz Sträucher gepflanzt werden.

• Der Büblikerweg wird neu mit einer Fussgänger- und Radfahrerbrücke behindertengerecht mit einer Steigung von sechs Prozent über die Umfahrung geführt.

• Um die Erschliessung des Zeughauses durch das Wohngebiet zu vermeiden, wird die Durchfahrt unter der Reussbrücke auf die Durchfahrtshöhe von 4,5 Metern angehoben.

Fast alle zeigen sich erfeut

Der zuständige Kantonsingenieur Rolf Meier zeigt sich erfreut über den Ausgang des Projektdialoges: «In der ersten Sitzung hat der intensive Abstimmungskampf noch deutlich mitgeschwungen.» Doch dank des neutralen Moderators und der Bereitschaft aller Teilnehmer zu einer konstruktiven Mitarbeit seien die Gespräche bald sachlich geführt worden. Das Resultat lasse sich sehen.

Das findet auch Bruno Gretener, Gemeindeammann von Mellingen. «Wir haben nicht nur Anpassungen für die Umfahrungsgegner vorgenommen, wenn ich etwa an die Fussgänger- und Radfahrbrücke denke».

Natürlich gebe es aber auch Änderungen, über die man nicht gerade jubeln würde. «Ich denke hierbei etwa an den Franzosengraben, wo die Umfahrung an gewissen Stellen zwischen 3 und 4 Meter näher an Mellingen zu liegen kommt», so Gretener.

Erika Schibli, Gemeindeammann von Wohlenschwil, hält fest: «Die Gespräche dienten auch dazu, die Wogen nach dem Abstimmungskampf wieder etwas zu glätten. Noch besser wäre es vielleicht gewesen, wir wären vor der Abstimmung zusammengesessen.

Eine gemischte Bilanz zieht hingegen Charles Sigrist, Präsident von Bye Bye Abschnitt 2: «Beim Lärmschutz hätte ich mir ehrlich gesagt schon etwas mehr erhofft.»