Einkaufszentrum
Umsatzrückgang: Der Onlinehandel bedrängt das Shoppi Tivoli

Das grösste Shoppingcenter der Schweiz verzeichnet 2014 einen leichten Umsatzrückgang. Und es steht damit nicht alleine da.

Peter Brühwiler
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Das Ziel fürs kommende Jahr: Das Shoppi Tivoli will denUmsatz steigern oder zumindest stabil halten.

Das Ziel fürs kommende Jahr: Das Shoppi Tivoli will denUmsatz steigern oder zumindest stabil halten.

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2014 war für die Schweizer Shoppingcenter ein schwieriges Jahr. Darum ist Kevin Zimmerli, stellvertretender Marketingleiter des Shoppi Tivoli, trotz eines Umsatzrückgangs von 0,48 Prozent auf 418 Millionen Franken «sehr zufrieden» mit den eben veröffentlichten Jahreszahlen. «Neben den Zahlen der anderen Center, mit denen wir uns vergleichen, stehen wir gut da», sagt er.

Erschwerend kam für das flächenmässig grösste und umsatzmässig drittgrösste Shoppingcenter der Schweiz eine längere Umbauphase dazu, die im letzten Herbst abgeschlossen wurde. «Die Verkaufsfläche war zum Teil massiv kleiner», so Zimmerli. Phasenweise sei ein Fünftel der Fläche im Shoppi im Umbau gestanden. Das Ziel fürs kommende Jahr: Den Umsatz steigern oder zumindest stabil halten.

Die Herausforderungen sind unschwer zu erkennen: Einerseits ist da der starke Franken, der den Einkaufstourismus anheizt. Diesbezüglich habe man seit der Aufhebung der Eurountergrenze von Mitte Januar allerdings wenig gespürt, sagt Zimmerli. «Die Besucherzahlen sind in den letzten Wochen nicht gesunken, sondern eher gestiegen.»

Stärker spüre das Shoppi Tivoli den Onlinehandel, so Zimmerli. Dieser hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugelegt; inzwischen geben Schweizer jedes Jahr rund 6,5 Milliarden Franken beim Internetshopping aus, was etwa sechs Prozent des Gesamtumsatzes im Detailhandel entspricht.

Gesamtdetailhandel legt zu

Gemäss der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat der Detailhandel – inklusive Online-Handel – das Jahr 2014 mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent abgeschlossen. Die Umsatzentwicklung der Shoppingcenter wird die GfK erst im Mai publizieren. René Bieri erwartet, dass diese unter dem Vorjahreswert von Plus 0,4 Prozent liegen wird.

Das von ihm geleitete Einkaufszentrum A1 in Oftringen verzeichnete letztes Jahr einen leichten Umsatzrückgang von 1,8 Prozent. «Aufgrund der Marktentwicklung», so Bieri, «ist dies ein guter Wert.» Verantwortlich für die Schwierigkeiten sei eine Kombination aus dem starken Franken, dem Onlinehandel und der Wetterentwicklung gewesen. Letztere habe 2014 «nicht der Saisonalität des Retailhandels entsprochen». Das heisst: Wenn die Kunden Sommerkleider hätten kaufen sollen, war es zu kalt. Und während des Winterkleiderverkaufs war es zu warm.

Keine konkrete Zahlen nennen Migros und Coop für das Wynecenter in Buchs respektive den Tägipark in Wettingen. Man liege bei der Umsatzentwicklung «deutlich über dem Durchschnitt des Einkaufscenter-Marktes», meldet die Migros lediglich. Der Tägi-park verzeichnete gar einen kräftigen Wachstumsschub, allerdings vor allem wegen des Zuzugs von zehn Geschäften. Der Umsatz aus dem Jahr 2014 sei mit dem Vorjahresergebnis deshalb nur bedingt vergleichbar, sagt Einkaufszentrumsleiter Thomas Haslimeier.