In den vergangenen Tagen sind die Flyer der Firma Dialarme in den Briefkästen gelandet. Sie führt an, dass Einbrüche heute zu den häufigsten Delikten gehören und dass sich darum viele Leute überlegen, sich ein Sicherheitssystem anzuschaffen.

«Leider rüsten sich mehr als 70 Prozent der Personen erst dann damit aus, nachdem sie alles verloren haben», heisst es weiter. Bis dahin gut und recht. Nun geht es eher etwas unlauter weiter: «… statten wir Sie gratis mit kompletten Sicherheitsausrüstungen aus und installieren sie in Ihren Wohnungen». Spätestens jetzt müsste beim Leser der Alarm losgehen. Denn niemand würde wohl gratis eine solche Dienstleistung erbringen.

Wegen eines solchen Gratis-Angebotes im selben Wortlaut, das Dialarme vor wenigen Wochen im Raum Zürich lanciert hatte, geriet die Firma in «20 Minuten online» unter Beschuss. «Gratis-Alarmanlage – das Geschäft mit der Angst» titelte das Online-Portal und warf der Firma vor, dass deren Berater die Kunden mit der Gratisinstallation anlocken und ihnen dann teure Zusatzleistungen aufschwatzen würden.

Wer bei Dialarme anruft, erfährt, dass es sich hier um ein Sonderangebot handle, womit Dialarme ihre Produkte in neuen Marktgebieten verbreiten wolle. In der Tat sind es die Folgekosten, die den Braten feiss machen. Weil die installierten Sicherheitsgeräte allein nicht viel Wert haben, braucht es eine Alarmzentrale, wo bei einem Einbruch oder Einbruchversuch der Alarm registriert wird. Die Gebühren betragen monatlich mindestens 69 Franken und gehen bis weit über 100 Franken hinaus.

Weder bei der Stadtpolizei noch bei der Kantonspolizei sind Anfragen wegen dieses Flyers eingegangen, heisst es bei den Kommandostellen. Kapo-Sprecher Roland Pfister erklärt, dass bei solchen Angeboten allgemein Zurückhaltung geboten sei. Pfister weist für vorbeugende Sicherheits- und Schutzfragen auf die Homepage der Schweizerischen Kriminalprävention. Zudem biete die Kantonspolizei solche Abklärungen an, aber nicht kostenlos.

Wenn man auch die Art und Weise dieser Werbung als irreführend bezeichnen kann, so sind die Dienstleistungen laut Auskünften Dritter durchaus seriös. Dialarme verfügt heute über rund 70 Mitarbeitende an acht Standorten und hat mit dem Sicherheitsunternehmen Protectas einen prominenten Partner. Martin Vyskocil, Leiter der Alarm- und Sicherheitszentrale, bestätigt, dass Protectas mit Dialarme wie mit anderen Alarmanlagenfirmen in der Schweiz zusammenarbeite. «Die Alarmierung der Sicherheitssysteme von Dialarme läuft über uns», erklärt er.

Die Protectas hat mit Dialarme diesbezüglich sogar einen Exklusivvertrag, das heisst, dass die von Dialarme installierten Anlagen ausschliesslich an die Alarmzentrale der Protectas angeschlossen werden. Die Kooperation sei gut, und die installierten Anlagen würden funktionieren, was mittels Endtest nach Montage kontrolliert werde, heisst es bei Protectas. Die Kunden würden die Verträge ausschliesslich mit Dialarme abschliessen, so habe Protectas auch nichts mit der Verkaufs- und Marketingstrategie von Dialarme zu tun. Schweizweit hat Dialarme laut eigenen Angaben seit 2007 über 15 000 Objekte mit einer Anlage ausgerüstet.