Freienwil

Umstrittener Plan: Kanton gibt grünes Licht für das Dorfzentrum

In das Gebäude rechts bei der Kreuzung Badener-/Dorfstrasse soll der Freienwiler Dorfladen einziehen.

Der Gestaltungsplan «Freienwil Mitte» wurde genehmigt – der Dorfladen kommt einem neuen Standort ein Stück näher.

Der Regierungsrat hat den Gestaltungsplan «Freienwil Mitte» genehmigt – ohne Auflagen. Die eingegangene Beschwerde zum Gestaltungsplan wurde vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt abgewiesen.

Damit gibt der Kanton grünes Licht für die weitere Planung des neuen Dorfzentrums, obwohl dieser einen der Punkte, die von Einwendern beanstandet wurden, ebenfalls kritisch beurteilt hat.

Doch von vorne: Dem Gestaltungsplan liegt die Idee zugrunde, die beiden Ortsteile, welche die Kantonsstrasse trennt, stimmig miteinander zu verbinden.

Der Gestaltungsplan wurde nach dem Mitwirkungsverfahren 2016 Anfang 2018 öffentlich aufgelegt, wobei von sechs Einwendern mehrere Punkte beanstandet wurden.

Nach einigen Anpassungen wurde der Gestaltungsplan im Februar dieses Jahres nochmals öffentlich aufgelegt. Eine weitere Beschwerde ging ein. Der exakte Inhalt dieser ist nicht öffentlich bekannt.

Einer der strittigen Punkte zu Beginn des Verfahrens war der neue Standort für den Dorfladen. So ist ein wesentliches Element im Gestaltungsplan eine Erweiterung des früheren Restaurants Eintracht gegen Osten.

In diesem Gebäude sollen in den oberen Stockwerken vier altersgerechte Wohnungen entstehen und im Erdgeschoss der Dorfladen einziehen.

Dieser benötigt einen neuen Standort, weil sich dessen Infrastruktur seit längerem in einem maroden Zustand befindet: «Jeder Franken, der hier noch investiert wird, ist einer zu viel», sagte Vizeammann Othmar Suter im Januar zur AZ.

Nun ist Suter vor allem auch für die Dorfladen-Genossenschaft erleichtert, dass der Kanton «Freienwil Mitte» genehmigt hat: «Aktuell pumpt die Gemeinde viel Geld in den Laden, zum Beispiel, um die Kühlanlage instand zu halten.» Er hofft, dass die Infrastruktur am aktuellen Ort noch so lange funktioniert, bis das neue Gebäude steht.

Im Verlaufe des Verfahrens sorgte vor allem die Anlieferung beim neuen Standort für Bedenken. Mehrere Einwender hatten moniert, dass durch die Warenanlieferung Kinder auf ihrem Schulweg oder Menschen auf dem Weg zum Bus behindert werden könnten.

Deshalb waren im Gestaltungsplan einige Änderungen vorgenommen worden, die laut Gemeinde zu einer verbesserten Lösung führten.

Der Kanton schreibt in seinem Entscheid zwar, dass die vorgesehene Laden-Anlieferung mit Sattelfahrzeugen kritisch beurteilt wird, findet die vom Gemeinderat präsentierte Lösung aber aufgrund der Gesamtsituation trotzdem vertretbar.

Noch ist der Gestaltungsplan nicht in trockenen Tüchern. Auch gegen den Entscheid des Regierungsrats kann noch Beschwerde eingereicht werden – bis 20. Oktober. Sobald der definitive Entscheid vorliegt, kann die Dorfladen-Genossenschaft die Planung vorantreiben.

«Dann wird wohl eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen», so Suter. Bis ein Baugesuch eingereicht werden kann, braucht es noch weitere Planungsschritte. «Und dafür stehen natürlich auch wieder Rechtsmittel zur Verfügung.»

Das würde alles weiter verzögern und noch mehr Geld kosten. «Ich hoffe aber, dass es nicht mehr so lange dauert.» Prioritär sei nun die Umsetzung des neuen Standorts für den Dorfladen. Der Gestaltungsplan ist in verschiedene Baubereiche unterteilt.

Für Bereich A, zu dem ein neues Gebäude vis-à-vis dem künftigen Dorfladen gehört, bestehen laut Suter noch keine konkreten Pläne.

Durch den Verkauf des Grundstücks an eine Privatperson im Baubereich B, dort, wo das alte Postgebäude steht, wird hier in nächster Zeit ebenfalls nicht viel passieren. Sobald der Regierungsratsentscheid aber rechtskräftig wird, unterliege das Grundstück dem Gestaltungsplan Mitte.

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