Es gibt wahrlich schönere Flecken in der Region als den Landstreifen entlang der Autobahn A1 zwischen Würenlos/Wettingen und Killwangen/Neuenhof. Das soll sich nun ändern. Im Rahmen des Projekts «Agglomerationspark Limmattal» soll die Landschaftsspange Rüsler-Sulperg aufgewertet werden. Zusammen mit dem geplanten Rad- und Fussweg bildet die Gestaltung der Landschaftsspange Sulperg-Rüsler das Initialprojekt des Agglomerationsparks Limmattal.

Im Herbst 2009 fiel der Startschuss für das Gesamtprojekt. In der Zwischenzeit haben die Gemeinden Wettingen, Würenlos, Killwangen und Neuenhof ein gemeinsames Entwicklungskonzept erarbeitet. Geben die Exekutiven der vier Gemeinden grünes Licht, könnte die Bevölkerung im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens schon im Laufe des Jahres 2011 einbezogen werden.

Für Sachplan braucht es Einigkeit

Das Gebiet zwischen den vier Gemeinden ist das grösste zusammenhängende unbebaute Gebiet im Limmattal. Der im kantonalen Richtplan festgeschriebene Siedlungstrenngürtel hält dies fest.

«Ziel unseres Projektes ist es, den Siedlungstrenngürtel mit Inhalten zu füllen. Inhalte, die das Gebiet als Ganzes aufwerten», sagt Markus Dieth, Gemeindeammann von Wettingen und Präsident des Planungsverbandes Baden Regio.

Dieth ist stolz, dass es den vier Gemeinden gelungen sei, gemeinsam ein erstes Konzept zu entwickeln. «Wir wollen keine Pflästerlipolitik für jede einzelne Gemeinde, sondern die Entwicklung dieses Gebietes gemeinsam planen», so Dieth. Deshalb hätten die vier Gemeinden vereinbart, die Landschaftsspange erst dann in einem regionalen Sachplan zu regeln, wenn unter den vier Gemeinden Einigkeit bestehe.

Vorerst sind es lediglich Ideen

Das Entwicklungskonzept sieht einige Veränderungen verglichen zur heutigen Situation vor. So wurde der Spickel zwischen Lugibach- und Otelfingerstrasse – er liegt schon heute nicht im Siedlungstrenngürtel – zugunsten von späteren Entwicklungsmöglichkeiten ausdrücklich aus dem Perimeter ausgeklammert. Gleichzeitig soll im Bereich Würenlos für das Gewerbe der Besitzstand geschützt bleiben und der Bereich Freizeit (Sport, Reiten) aufgenommen werden.

Markus Dieth betont, dass es sich hierbei lediglich um erste Ideen handle. Genauso wie etwa die angedachten Biotope auf den heutigen Kiesgruben-Arealen oder die teilweise Überdachung der Kantonsstrasse zwischen Autobahnausfahrt und der Furttalkreuzung. Im Konzept ist auch die Linienführung der künftigen Limmattalbahn enthalten, die bis Baden führen soll. «Die haben wir uns aber nicht etwas aus den Finger gesaugt, sondern ist so auch vom Kanton angedacht», erklärt Dieth.

Planungshorizont von 15 Jahren

Es ist vorgesehen, die Planung der Landschaftsspange Rüsler-Sulperg alle 15 Jahre zu überprüfen. «Damit soll auch sichergestellt werden, dass die Grundeigentümer Sicherheit haben», sagt Dieth. Mit einem Planungshorizont von 15 Jahren und der dannzumaligen Überprüfung der Planung seien allfällige Entwicklungen beispielsweise im Bereich der Furttalkreuzung nicht ausgeschlossen, falls geänderte Rahmenbedingungen oder Strategien – sei es seitens Gemeinden oder der Limmattalkantone – dies favorisieren würden, so Dieth.

Der Planungshorizont sei aber nicht als Einschränkung zu werten. Dieth: «Wir haben hier Kiesabbaubewilligungen, die noch bis zirka ins Jahr 2030 oder länger laufen, und zudem unsere Landwirtschaftsbetriebe, die hier wohl über diesen Zeitraum ihr Land landwirtschaftlich nutzen.»