Badenfahrt
Unbeschränkter Genuss in Kleiderschränken

Der Verein «Glanzziit» serviert Gourmet-Menüs – Privatsphäre an 36 Plätzen garantiert.

Marian Märki
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Sie bilden den «beschränkten» Vorstand: Olivier Funk, Stefan Zantop, Armin Leupp (vorne von links), Corinna Hauri, Christine Stäger, Adrian Bühler, Barbara Blanc und Stephanie Hediger (hinten von links). zvg

Sie bilden den «beschränkten» Vorstand: Olivier Funk, Stefan Zantop, Armin Leupp (vorne von links), Corinna Hauri, Christine Stäger, Adrian Bühler, Barbara Blanc und Stephanie Hediger (hinten von links). zvg

Im Kleiderschrank dinieren: Auf diese Idee würden wohl die wenigsten kommen. Doch genau auf diese verrückten, oder wohl eher «beschränkten» Gedanken kamen die Macher der Badenfahrtbeiz «beschränkt».

Das «beschränkt» hat nämlich keinen Gastraum im herkömmlichen Sinn, sondern man speist gemeinsam im Schrank. Hinter der Beiz steht der Verein «Glanzziit». Vereinspräsident Olivier Funk erklärt: «Wir werden auf dem Kirchplatz in der Altstadt unsere elf Schränke aufstellen. Es gibt Zweier- und Viererschränke. Insgesamt stehen 36 Plätze zur Verfügung.» Auf die Idee sei der Verein eher zufällig gekommen. Ein Mitglied habe umgebaute Kleiderschränke mal an einem Anlass gesehen. Auf den Einfall, in den Schränken zu essen, sei man aber selbst gekommen, sagt Funk. Und es wird nicht etwa Bratwurst und Cervelat serviert, sondern richtige Gourmetküche. «Wir spannen mit dem Caterer Crispy Chilli Productions zusammen. Das Menü ist mit der Grundidee der Beiz verknüpft», sagt Olivier Funk. Die Gerichte werden mit dem Unbekannten, dem Überraschenden, spielen. Von Gazpacho und Sommersalat über gefüllte Maispoulardenbrust oder Seitan-Stroganoff bis zu Schoggimousse mit Himbeer-Grütze – um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Doch Olivier Funk bleibt geheimnisvoll: «Ich will noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Es wird Genuss pur!»

Schränke sind wetterfest

Nicht nur die Gerichte bieten Überraschungen, auch die umgebauten Schränke des «beschränkt» sind speziell. «Jeder Schrank ist ein Unikat», schwärmt Funk. Verschiedene Gruppen gestalten einen Schrank von innen. So werde es laut Funk einen Spiegelschrank, einen Legoschrank und einen Kühlschrank geben. Die Teams haben dabei völlige Gestaltungsfreiheit. Doch wie bekommt man so viele Schränke? Mussten die Vereinsmitglieder ihr Mobiliar zur Verfügung stellen? «Nein», sagt Funk und lacht. «Wir haben die Schränke aus der ganzen Schweiz zusammengekauft.» Sie mussten dabei verschiedene Kriterien, wie Mindesttiefe und Stabilität erfüllen. «Es sind schon massive Schränke, darauf haben wir geachtet.» Danach wurden sie von den Vereinsmitgliedern umgebaut. Jeder Schrank wurde nochmals verstärkt und für die Vierer-Schränke wurden zwei Schränke zusammengeschraubt. Die Möbel halten auch Wind und Wetter stand. Funk dazu: «Wir machen jeden Schrank wetterfest.» Man werde kein grosses Dach über alle spannen. «Aber an der Badenfahrt herrscht ja immer Bombenwetter, daher mache ich mir keine grossen Sorgen», fügt Funk mit einem Grinsen an.

Der Verein «Glanzziit» mit rund 40 Mitgliedern engagiert sich mit vollen Kräften dafür, unvergessliche Feier- und Badenfahrtmomente für Baden und die Region zu organisieren. Es ist nicht seine erste Badenfahrtbeiz. Bereits am Stadtfest vor fünf Jahren war er mit seinem Projekt «Bento» in der oberen Halde dabei, und das ziemlich erfolgreich. Er belegte den zweiten Platz und wurde mit 5000 Franken für seine Idee prämiert. Auch die diesjährige Idee klingt vielversprechend, doch das sei nicht die Motivation dahinter, versichert Funk: « Wir machen mit, um Spass zu haben. Aber wenn wir schon mitmachen, dann mit einer guten Idee.» Wer sich auf das besondere Esserlebnis einlassen möchte, sollte das «beschränkt» unbedingt besuchen. Laut Funk könne man einfach vorbeikommen. Für diejenigen, die einen Platz auf sicher haben wollen, gibt es die Möglichkeit, einen Tisch zu reservieren.