Verkehr
Unfall-Hotspots der Region Baden: Hier ist besonders Vorsicht geboten

Verkehrsunfälle in Baden, Wettingen und Ennetbaden forderten letztes Jahr 68 Verletzte. Die gefährlichste Kreuzung war der Badener Schulhausplatz. Die meisten Unfälle geschahen am Tag.

Pirmin Kramer
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Die Unfallkarte ist von der «SonntagsZeitung, dem «Tages-Anzeiger» und «Le Matin Dimanche» entwickelt worden. Sie basiert auf dem Strassenverkehrsunfall-Register des Bundesamtes für Strassen.

Die Unfallkarte ist von der «SonntagsZeitung, dem «Tages-Anzeiger» und «Le Matin Dimanche» entwickelt worden. Sie basiert auf dem Strassenverkehrsunfall-Register des Bundesamtes für Strassen.

unfallkarte.ch

Im vergangenen Jahr sind bei Verkehrsunfällen in Baden, Wettingen und Ennetbaden 68 Menschen verletzt worden, 11 davon schwer. Die Zahl ist gegenüber den Vorjahren gesunken, als der Strassenverkehr 90 Verletzte (2013), 74 Verletzte (2012) und 100 Verletzte sowie einen Todesfall (2011) forderte. In den vergangenen vier Jahren wurden auf dem Gebiet, das die Karte zeigt, bei Verkehrsunfällen 332 Menschen verletzt.

Die Daten stammen von der Website «unfallkarte.ch», auf der sich spannende Details abrufen lassen. So erweist sich die Badener Schulhausplatzkreuzung als gefährlichstes Pflaster in der Region – am Verkehrsknotenpunkt passierten letzes Jahr acht Unfälle.

Vorsicht ist auch auf der Kreuzung vor dem Badener Gstühl geboten: Wo Bruggerstrasse und Rütistrasse aufeinandertreffen, wurden im vergangenen Jahr fünf Verkehrsunfälle gezählt. An verschiedenen Stellen entlang der Bruggerstrasse kommt es immer wieder zu Unfällen.

Die meisten Unfälle passierten bei Tageslicht (Anzahl: 59), wobei Männer (55 Prozent) leicht häufiger die Verursacher waren als die Frauen. Bei den 9 Unfällen, die nachts passierten, waren Männer deutlich häufiger – zu 80 Prozent – die Verursacher. Es zeigt sich auch im mehrjährigen Vergleich: Bei den 53 Unfällen, zu denen es in der Region Baden in den vergangenen vier Jahren nachts kam, war in 76 Prozent der Fälle ein Mann schuld.

«Der Grund liegt darin, dass Frauen in den Nachstunden zwischen 21 und 5 Uhr morgens häufig als Mitfahrerinnen unterwegs sind. Die Männer hingegen sind weiterhin oft als Lenker unterwegs und können demzufolge Unfälle verursachen», erklärt Rolf Moning, Mediensprecher bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU).

Die Statistik der vergangenen vier Jahre zeigt, dass auch in Wettingen eine besonders gefährliche Stelle existiert: Ein Unfall-Hotspot befindet sich beim Kreisel direkt vor dem Gebäude der Regionalpolizei, wo Landstrasse und Alberich-Zwyssigstrasse aufeinandertreffen.

Gefährliche Strecke für Velofahrer

Auf der Website lässt sich abrufen, welche Verkehrsteilnehmer an welcher Stelle verunfallten. Auffällig: Gefährlichstes Pflaster für Velofahrer ist die Mellingerstrasse auf dem kurzen Abschnitt zwischen dem Badener Schulhausplatz und der SBB-Brücke. Alleine hier verunfallten in den vergangenen vier Jahren knapp ein Dutzend Fahrradfahrer – die grosse Mehrheit wurde zum Glück nur leicht verletzt.

Fussgänger wurden im Jahr 2014 in neun Unfälle verwickelt, wobei kein Hotspot auszumachen ist, also keine für sie besonders gefährliche Stelle. Allerdings sind vier der Fussgänger schwer verletzt worden. Längst nicht alle Verkehrsteilnehmer würden gleichermassen von der positiven Entwicklung der Verkehrssicherheit profitieren, die in den letzten Jahren zu verzeichnen sei, heisst es denn auch in einem BfU-Bericht.

Während die schweren Personenschäden bei den Auto-Insassen um mehr als die Hälfte zurückgingen, blieb die Anzahl der Schwerverletzten und Getöteten bei den Fussgängern schweizweit im Jahr 2013 fast gleich hoch wie 2003, heisst es in einem Bericht des BfU.

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