Wettingen/Würenlos
Unfallserie bei Furttalkreuzung und A1-Zubringer - alles bloss Zufall?

Seit Anfang Monat kam es bei der Furttalkreuzung respektive beim Autobahn-Zubringer Wettingen-Ost zu mehreren Unfällen. Ein Mann erlag seinen Verletzungen. Was sagt die Polizei dazu?

Sabina Galbiati
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Bei einer Kollision auf der Furttalkreuzung am 15. März 2016 wurden zwei Insassen eines Autos verletzt. Es war nicht der einzige Unfall hier in kurzer Zeit.

Bei einer Kollision auf der Furttalkreuzung am 15. März 2016 wurden zwei Insassen eines Autos verletzt. Es war nicht der einzige Unfall hier in kurzer Zeit.

Kapo AG

In den vergangenen Tagen kam es bei der Furttalkreuzung zwischen Wettingen, Würenlos und dem Autobahnzubringer Wettingen-Ost gleich zu mehreren Unfällen: Nachdem ein Sattelschlepper von Otelfingen her am 15. März das Rotlicht auf der Furttalkreuzung missachtet hatte und mit einem Auto kollidiert war, ereignete sich am vergangenen Dienstag ein weiterer Unfall.

Bei der Furttalkreuzung ereigneten sich drei Unfälle in drei Wochen.

Bei der Furttalkreuzung ereigneten sich drei Unfälle in drei Wochen.

Google Earth

Auf dem Autobahnzubringer Wettingen Ost kurz vor der Furttalkreuzung prallte ein 34-jähriger Autofahrer mit seinem Wagen in eine Kolonne. Vier Fahrzeuge waren involviert und wurden teilweise auf die Gegenfahrbahn geschoben. Verletzt wurde niemand. «Eine Person wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht», sagt Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau (Kapo). Anders beim Unfall mit dem Sattelschlepper vor knapp zwei Wochen: Der Autolenker und seine Beifahrerin wurden verletzt.

Ein dritter Unfall Anfang Monat endete tragisch. Ein Fussgänger wurde auf der Landstrasse von Würenlos nach Wettingen auf der Höhe der Firma Peterhans von einem Roller erfasst, als er die Strasse überquerte. Der angefahrene Mann erlag zwei Wochen später seinen Verletzungen.

Mehrverkehr vom Furttal

Insbesondere die beiden Unfälle auf dem Autobahnzubringer Wettingen-Ost und der Furttalkreuzung werfen die Frage auf, ob ein Zusammenhang mit der gesperrten Wehntalerstrasse besteht. Denn just seit 14. März – also einen Tag vor dem Sattelschlepper-Unfall – wurde die Wehntalerstrasse zwischen Zürich Affoltern und Regensdorf gesperrt. Sie wird während mehrerer Monate saniert. Ein Teil der über 26'000 Fahrzeuge, die dort täglich durchfahren, dürfte auf die Kantonsstrasse durch das Furttal ausweichen. Dies kann in Würenlos sowie bei der Furttalkreuzung und dem Autobahnanschluss Wettingen Ost zu Mehrverkehr führen.

Bei einer Kollision auf der Furttalkreuzung wurden zwei Insassen eines Autos verletzt.
4 Bilder
Der 58-jährige, portugiesische Lastwagenchauffeur hat vermutlich das Rotlicht missachtet.
Kollision Würenlos

Bei einer Kollision auf der Furttalkreuzung wurden zwei Insassen eines Autos verletzt.

Kapo AG

Auf Anfrage sagt Kaposprecher Roland Pfister: «Bei den Unfällen handelt es sich um eine zufällige Häufung.» In beiden Fällen seien Fahrfehler aus Unachtsamkeit passiert. Roland Jenni, Chef der Regionalpolizei Wettingen-Limmattal, bestätigt dies. «Wir beobachten bisher auch keine Zunahme des Verkehrs in diesem Bereich», sagt er. «Aber da die Wehntalerstrasse erst seit knapp zwei Wochen gesperrt ist, kann man bezüglich der Verkehrszunahme in unserem Gebiet noch keine sicheren Aussagen machen.» Bisher habe auch die Baustelle der Badener Schulhausplatzkreuzung keine übermässigen Stau-Auswirkungen auf die Wettinger Landstrasse – jedenfalls nicht, was das Furttal anbelange. «Die Verkehrsentwicklung aus dem Furttal werden wir aber im Auge behalten», sagt der Repol-Chef.

Kurt Grauwiler, Leiter der Sektion Verkehrstechnik beim Kanton, schätzt die Zunahme des Verkehrs durch die Strassensperrung im Kanton Zürich als sehr gering ein. «Wenn, dann sind es ortskundige Autofahrer, die für sich den günstigsten Weg suchen», sagt er. Das habe aber auf den Gesamtverkehr am Knoten keinen Einfluss. «Gezielte Verkehrszählungen sind in diesem Bereich nicht geplant.» Man rechne auch weiter nicht mit einer Verkehrszunahme, da die Baustelle zwischen Regensdorf und Zürich Affoltern doch eher weit weg sei.