Baden
Unia: «Beizenverbot» ist rechtens, aber «pingelig und kleinlich»

Das «Beizenverbot» für die Mitarbeiter des Werkhofs ist rechtlich einwandfrei, aber «pingelig», findet die Gewerkschaft Unia. Der Post ist es egal, wo die Pöstler ihre Pausen verbringen. Ein «Kafi mit Schuss» liegt allerdings nicht drin.

Nadja Rohner
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Kafi solls für Badens Werkhofmitarbeiter nicht mehr in der Beiz geben.

Kafi solls für Badens Werkhofmitarbeiter nicht mehr in der Beiz geben.

„Ich finde das sehr kleinlich und pingelig", sagt Pascal Pfister, Gewerkschaftssekretär der Unia Aargau. Er frage sich, ob es nicht eine andere, pragmatischere Lösung gegeben hätte als ein Beizenverbot.

Allerdings: „Während der Arbeitszeit müssen sich die Arbeiter an die Reglemente des Arbeitgebers halten. Insofern können sie nichts gegen die neue Regelung machen."

Rechtlich in Ordnung

Rein rechtlich ist die Sache klar: Die neue Regelung ist unproblematisch, weil die Werkhofmitarbeiter am Vormittag ohnehin eine reguläre 30-minütige Pause einlegen. Im Arbeitsgesetz steht geschrieben: Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 5,5 Stunden ist eine Viertelstunde Pause obligatorisch.

Arbeitet man mehr als 7 Stunden, beträgt die Pausenzeit mindestens eine halbe Stunde. Und wer länger als 9 Stunden am Tag arbeiten muss, hat eine Stunde Pause einzulegen. Dabei gilt: Nur, wenn man den Arbeitsplatz während der Pausen nicht verlassen darf, gelten diese als Arbeitszeit.

Post: Keine Verzögerung in der Tour

Nicht nur Werkhofmitarbeiter, auch Pöstler werden auf ihren Touren ab und an zum Kaffee eingeladen. Die Schweizerische Post hat dafür klare Regeln: „Jeder Mitarbeitende in der Zustellung hat Anrecht auf eine Viertelstunde Pause - wo und wann er die nimmt, ist ihm überlassen", sagt Mediensprecherin Nathalie Dérobert Fellay. „Zudem kann er das Angebot zu einem Kaffee unter der Bedingung annehmen, dass er die Tour nicht verzögert und zum normalen Zeitpunkt wieder in der Zustellstelle eintrifft."

Ein „Kafi mit Schuss" liegt allerdings nicht drin: „Alkohol dürfen die Mitarbeitenden während der Arbeitszeit nicht konsumieren", sagt die Mediensprecherin.