Rund 500 Personen haben am Samstag in Baden auf dem Trafoplatz gegen den geplanten Abbau von 1300 Schweizer Stellen bei General Electric (GE) demonstriert. Die Gewerkschaft Unia, die zur Kundgebung aufgerufen hatte, spricht von einer erfolgreichen Veranstaltung. «Es war ein starkes Zeichen der Solidarität», sagt Christian Gusset, Branchenleiter Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie bei der Unia.

500 demonstrieren gegen Alstom-Abbau

Demo gegen Alstom-Stellenabbau

Rund 500 statt der erwarteten 1500 Personen haben am Samstag in Baden gegen den geplanten Abbau von 1300 Schweizer Stellen bei General Electric/Alstom demonstriert. Die Leitung von GE wurde von mehreren Rednern stark kritisiert.

Mit der Demonstration in Baden wird es die Gewerkschaft nicht bewenden lassen. Bereits diese Woche sind weitere Schritte an sämtlichen Standorten von Alstom im Kanton geplant. «Mit einer Flyer-Aktion werden wir die Arbeitnehmer unterstützen und der Konzernspitze zudem klarmachen, dass wir den Stellenabbau unter keinen Umständen akzeptieren werden», erklärt Gusset.

Europaweit sollen in den kommenden zwei Jahren 6500 der insgesamt 35 000 Jobs gestrichen werden. Den Abbau begründete der US-Konzern mit «Problemen der Wettbewerbsfähigkeit». Diese müssten behoben werden. Die Gewerkschaften sehen in diesem Vorgehen eine rein finanzielle Angelegenheit, um die Aktionäre zu befrieden. Vertreter der Unia stehen deswegen mit den Gewerkschaften in den anderen, vom Abbau betroffenen Ländern in Kontakt. «Solange der Prozess nicht auf europäischer Ebene abgeschlossen sei, dürften in der Schweiz keine Kündigungen ausgesprochen werden», sagt Gusset.

Betroffene Angestellte unterstützen

Darüber hinaus beabsichtigt die Unia, einen industriellen Pakt mit der Aargauer Regierung und den Arbeitgeberverbänden zu schliessen. Im Zentrum stehe die Bildung eines kantonalen Fonds, der es erlaubt, die betroffenen Angestellten zu unterstützen.

Wie dieser Schulterschluss genau aussehen soll, kann Gusset zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Alstom-Abbau: So reagieren Mitarbeiter, Politiker und Gewerkschafter

Die Gewerkschaft will in den kommenden Tagen im Detail informieren. Gusset verweist jedoch auf die Kantone Genf und Waadt, wo die Unia in ähnlichen Fällen gegen die Folgen der Deindustrialisierung des Standorts Schweiz ankämpft.

Die Industrie sei das Rückgrat der Schweiz und wichtiger als die Banken, unterstreicht Christian Gusset. Seine Botschaft ist unmissverständlich: «Die Demonstration in Baden war erst der Anfang.»