Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Ferien: Im Landesmantelvertrag (LMV) werden die Arbeitsbedingungen im Baugewerbe festgehalten. Dieser läuft Ende Jahr aus, und die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Unia und dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) liegen derzeit auf Eis.

Patrick Angele, Teamleiter Bau Unia Zürich, klärt die Bauarbeiter über ihre Situation auf, dann stimmen sie über Kampfmassnahmen ab.

Patrick Angele, Teamleiter Bau Unia Zürich, klärt die Bauarbeiter über ihre Situation auf, dann stimmen sie über Kampfmassnahmen ab.

Deshalb setzt die Unia in diesen Tagen schweizweit auf Kundgebungen – gestern Morgen auch in Baden. Auf dem Schulhausplatz informierte die Gewerkschaft rund 70 Bauarbeiter über die verfahrene Situation und liess sie zum Schluss über Kampfmassnahmen abstimmen, sollte der SBV nicht wieder an den Verhandlungstisch sitzen. Die Anwesenden sicherten ihre Unterstützung durch das Hochheben von weissen Stimmzetteln zu.

Symbolischer Akt: Die Bauarbeiter reissen die Stellung des Schweizerischen Baumeisterverbands ein.

Symbolischer Akt: Die Bauarbeiter reissen die Stellung des Schweizerischen Baumeisterverbands ein.

Den Schulhausplatz habe man ausgewählt, da sich dort die grösste Baustelle der Region befinde, erklärt Patrick Angele, Teamleiter Bau der Unia Zürich. «Wenn wir nichts tun, wird das Rentenalter 60 in den nächsten Jahren erhöht, oder aber die Renten werden gekürzt», sagte er zu den Anwesenden. Um neue Verhandlungen zu erzwingen, werden auch Kampfmassnahmen in Erwägung gezogen. Kurt Emmenegger, Geschäftsleiter Unia Aargau, rechnet frühestens ab November mit einer Bewegung in der Sache.

Die Fronten seien im Aargau so verhärtet wie in der ganzen Schweiz. Aber wieso blockieren die Baumeister zurzeit die Verhandlungen? Pascal Johner, Geschäftsführer des Baumeister-Verbands Aargau, erklärt: «Der SBV hat eine Verlängerung des LMV angeboten, aber die Unia hat abgelehnt.

Für Neuverhandlungen sind wir nicht bereit, solange die Unia ihre ‹Fachstelle Risikoanalyse› betreibt.» Diese sei unilateral und unterlaufe die Sozialpartnerschaft. «Zum Rentenalter 60 finden aktuell Verhandlungen statt und wir möchten dieses unbedingt beibehalten.»

Der Verkehr am Schulhausplatz war durch die gestrige Kundgebung zu keiner Zeit beeinträchtigt.