Baden
«Unsinn», «Frechheit», «Schikane» – der erste fixe "Blitzer" im Kanton stösst auf wenig Gegenliebe

Die Meldung, dass die Stadt Baden den ersten fix montierten Blitzer im Kanton installieren möchte schlägt hohe Wellen: Nur wenige zeigen Verständnis für die Idee.

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Viele haben kein Verständnis für den geplanten Blitzerkasten in Baden. Das Thema wird auch auf Social Media stark diskutiert.

Viele haben kein Verständnis für den geplanten Blitzerkasten in Baden. Das Thema wird auch auf Social Media stark diskutiert.

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Auf der Online-Seite von AargauerZeitung und BadenerTagblatt wird die Meldung um den Badener «Blechpolizisten» heiss diskutiert. Im Stadtzentrum soll nämlich der erste fix installierte Blitzkasten im Kanton Aargau zu stehen kommen. Das hat das Stadtparlament beschlossen.

Und so reagiert Bevölkerung:

User "Benis" findet den Radarkasten «eine Frechheit!». Weiter meint er , dass es der einzige Zweck solcher Anlagen ist, die Staatskasse zu füllen. Sie «erhöhen aber die Sicherheit nicht, sondern provozieren brüske Bremsmanöver und hemmen den Verkehrsfluss», so "Benis".

Viele sind der gleichen Meinung wie SVP und FDP: «Blitzer sind da für die Sicherheit. Aber so wie es hier klingt, geht es rein ums Geld», schreibt Michael Weber in der Kommentarspalte.

Doch auch die SVP sieht sich, wenn auch nur vereinzelt, in der Kritik. Klaus Bruggisser schreibt dazu: «Es ist nicht mit einigermassen normalem Menschenverstand bachvollziehbar, warum die SVP das Bestrafen einer Rotlichtübertretung als ‹Schikane› bezeichnet.» Gerade die SVP sei jene Partei, die «die Ausländer wegen einfachen Ladendiebstahls oder kleinen Betrügereien bei Sozialhilfegeldern ausweisen will.» Zu dem Blitzer steht Bruggisser pragmatisch – er hält ihn nicht für eine Abzockerei des Staates «sondern als freiwillige Spenden von Autofahrern».

Noch stärker wird der Artikel auf Facebook diskutiert. Stand Donnerstag, 12 Uhr, wurde er 120 Mal geteilt und es gab fast 90 Kommentare – viele davon markieren andere Personen, um sie darauf aufmerksam zu machen.

Wir haben, auf Grund der Privatssphäre die Namen der Facebook-User mit den Initialien gekürzt.

Zudem wurden die Kommentare auf Rechtschreibung kontrolliert. (az)

Beispielsweise befürchtet User A.K. dass «die Dinger demnächst wie Pilze aus dem Boden sprießen» werden. Er bezeichnet zudem den geplanten Blitzkasten als Unsinn.

User R.S. fragt daraufhin: «Was ist daran Unsinn, wenn man solche erwischen und büssen möchte, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und so mit ihrem Verhalten das Leben unschuldiger Menschen gefährden?»

User R.S. ist ein starker Verfechter des Blitzkastens. So kommentiert er unter anderem: «Seit wann ist es Abzocke, wenn die Verkehrsregeln klar sind, die einem im übrigen im Theorieunterricht in der Fahrschule gelehrt wurden, und wenn sich dann jemand nicht daran hält, geblitzt und gebüsst wird?»

Und auch auf Facebook kommt der Vorwurf auf, Baden möchte mit dem Blizer lediglich Geld verdienen: «Wieder ein Beweis, dass Radarfallen nicht der Sicherheit sondern der Staatskasse dienen», schreibt etwa User A.S.

Oder M.P.: «...nach den Baustellen muß wieder Geld ins Stadtsäckli.»

Einzelne User können das Aufstellen des Radars nachvollziehen – jedoch nicht an der geplanten Kreuzung: «Witz des Jahres... fahre jeden Tag über diese Kreuzung, wenn schon, dann hätte es sicher bessere Standorte gegeben», schreibt User S.M.

Dass jedoch diejenigen, die einen "Blechpolizisten" akzeptieren, in der Minderheit sind, spiegelt sich in unserer Umfrage wider: Stand jetzt sprechen sich über 70% gegen das stationäre Radargerät aus. (az)

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