Zahlreiche Kinder und Erwachsene winken Autofahrern im dichten Sonntagsverkehr zu. Die Autofahrer hupen und grüssen zurück. Gabriel Schibli, Feuerwehrkommandant von Müslen (Gemeinde Birmenstorf), hält ein Weinglas in der Hand und freut sich über die Reaktionen der Autofahrer aber auch über die Begeisterung der Menschen auf der Autobahnbrücke. Die neue A1-Brücke bei Birmenstorf soll wieder Gemeinden und Freunde verbinden.

Vom Unfall nichts zu erkennen

Am 13. Januar 2014 wurde die Autobahnbrücke zwischen Birmenstorf und Rütihof zur traurigen Berühmtheit: Es war der Arm eines auf einem Anhänger transportierten Baggers, der kurz nach 8.30 Uhr eine 4,50 Meter hohe Brücke touchierte, die bei Birmenstorf über die A1 führt. Weil diese stark beschädigt war und einzustürzen drohte, sperrte die Polizei umgehend alle sechs Fahrspuren der A1 zwischen den Anschlüssen Mägenwil und Baden-West. Es kam zu einem Verkehrschaos in der Region, wie man ees noch nie zuvor erlebte.

Die Feuerwehr Birmenstorf Mülligen leistete an diesem Tag mit Unterstützung der Feuerwehren Regio Mellingen und Lenzburg mit 29 Personen. In 190 Arbeitsstunden sorgten sie für die Verkehrsumleitung. Eineinhalb Jahre danach ist vom Unfall nichts mehr zu erkennen, die neue Brücke ist fertiggestellt. Dies hat die Feuerwehr Birmenstorf Mülligen dazu veranlasst, vergangenen Sonntag, ein Brückenfest zu veranstalten, um die neue Brücke einzuweihen.

Für Müslen sei diese Brücke die direkte Verbindung nach Birmenstorf, so Gabriel Schibli. «Diese Brücke ist uns sehr viel Wert. Sie verbindet uns mit Freunden aus Birmenstorf», sagte Schibli. Da die Gemeinden Birmenstorf, Baden (Rütihof) und der Weiler Müslen durch die neue Brücke wieder direkt miteinander vernetzt wurden, stand das Brückenfest unter dem Motto «Brücken verbinden». Schibli und Michael Würsch, Feuerwehrkommandant von Birmenstorf Mülligen, durchtrennten gemeinsam das Band und eröffneten die Brücke. Der mühsame Umweg über den holprigen Feldweg sei nun vorbei, sagte Schibli.

Fahrverbot erschwert Verbindung

Die zahlreich erschienene Bevölkerung aus Birmenstorf, Rütihof und Müslen besichtigte die 62,5 Meter lange und 7,5 Meter breite Brücke und genoss den Ausblick auf die Autobahn. Das Bauwerk über der A1, welches vom Bauunternehmen Granella erstellt wurde, besteht aus 160 Tonnen Baustahl, 400 Kubikmeter Beton und 540 Tonnen Asphalt. Das Terrain um die Brücke wurde angehoben, um eine Höhe von fünf Metern zu gewährleisten, damit sich ein derartiger Vorfall nicht mehr ereignen kann.

Ein Wermutstropfen bleibt der umliegenden Bevölkerung trotzdem. Aufgrund des Baubeginns des Trottoirs an der Badenerstrasse in Birmenstorf dürfen seit Ende August wegen des Projekts Kreisel Chrüz nur landwirtschaftliche Fahrzeuge und Personen mit Bewilligung mit dem Auto über die neue Brücke fahren. «Wir haben so lange gewartet bis die Brücke wieder geöffnet ist, und jetzt dürfen wir sie trotzdem nicht benutzen», sagte Gloria Suter aus Rütihof.