Film
Unter Zeitdruck zum Silberpokal beim «Helvetas-Clip-Award»

Die Regisseurin Rebecca Panian hatte wenig Zeit. Ihr blieben nur sieben Tage, um eine Idee zu finden, einen Kameramann zu organisieren und aus dem Material einen Film zu schneiden. Aber das Resultat lässt sich sehen: Am Donnerstag gewann sie Silber.

Michael Hugentobler
Merken
Drucken
Teilen

Der Wettbewerb wurde von der Organisation Helvetas ausgeschrieben, die sich für Entwicklungszusammenarbeit einsetzt. Der Kurzfilm soll auf unser kostbarstes Gut aufmerksam machen: Wasser. Rebecca Panian zeigt in ihrer eingereichten Arbeit eine Frau, die mit ihrem Hund spazieren geht. Die Frau kommt zu einem Brunnen im Wald, aber kein Wasser fliesst. Stattdessen erlebt die Spaziergängerin eine Überraschung.

«Die Frau im Film ist meine Tante», sagt Panian. Der Hund gehöre ihrer Cousine, und einige Filmobjekte habe sie von Freunden ausgeliehen.

Für Afrika reichte die Zeit nicht

Ideen für den Film habe sie mit einem Freund gesammelt. Er war es, der den Einfall für das Thema hatte. Allerdings hätte diese Geschichte in Afrika gespielt. «Aber ich konnte in dieser kurzen Zeit nicht nach Afrika – sowohl Zeit als auch Geld fehlen», sagt Panian. Also habe sie die Idee auf die Schweiz adaptiert.

Sie schrieb das Konzept und engagierte den Kameramann Till Gmür. Das folgende Wochenende, das eigentlich für einen Aufenthalt in Paris reserviert gewesen wäre, verbrachte sie vor dem Computer und schnitt den Film.

Vom Journalismus zum Film

Zum Beruf des Regisseurs kam Rebecca Panian über Umwege. Nach einem Studium zur Journalistin arbeitete sie einige Jahre in Deutschland als Produktionsassistentin bei Filmproduktions-Firmen. Danach war sie an Projekten für das Schweizer Fernsehen beteiligt.

Durch die Auszeichnung des «Helvetas-Clip-Award» erhofft sich Panian neue Möglichkeiten für ihre Arbeit. «Jede Auszeichnung erhöht die Chancen, dass neue Türen aufgehen und neue Projekte entstehen», sagt Panian.

Rebecca Panian ist überzeugt, dass sich die Teilnahme am Wettbewerb gelohnt hat. Nicht nur wegen des Silberpokals. «Das Projekt war es wert, gemacht zu werden», sagt Panian. Es sei für eine gute Sache gewesen. Und der Zeitdruck habe sie keinen Moment an ihrem Vorhaben zweifeln lassen: «Wenn man etwas unbedingt will, kann man es auch erreichen.»