Baden
Unterstützung: Jugendkulturlokal Merkker zwischen Stuhl und Bank

Das KiFF in Aarau wird als neuer Leuchtturm der kantonalen Kultur im 2011 mit 230 000 Franken unterstützt, das Nordportal in Baden mit einem Programmbeitrag von 100 000 Franken, das Jugendkulturlokal Merkker in Baden nur mit 12 000 Franken pro Jahr.

Roman Huber
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Merkker

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Aargauer Sport

Die Beitragssprechung des Kuratoriums wirft in der Jugendkulturszene der Bäderstadt Fragen auf. Fragen, die vielleicht in den städtischen Abteilungen selber zuerst beantwortet werden müssten.

Als Jugendlokal gewachsen

Beim Kuratorium weist Robert Alberati, Vorsitzender der Fachgruppe Spartenübergreifendes und Jugendkultur, auf den historischen Hintergrund des Merkker hin. Dieses sei aus der städtischen Jugendarbeit herausgewachsen. Dass das Merkker verwaltungsintern der Abteilung KJF (Kinder Jugend Familie) zugeordnet ist und nicht von Kulturförderung erfasst wird, entpuppt sich als Kernproblem der Jugendkultur in Baden.

«Im Gegensatz zum Flösserplatz in Aarau, der gar nichts erhält, haben wir vor einem Jahr das Merkker neu beurteilt und in Anbetracht des Programms mit der Frischluftbar Triebgut den Beitrag von 8000 auf 12000 Franken erhöht», wirft Alberati ein. Das seien immerhin 50% mehr. Für das Jahr 2011 gab es aufgrund des Programms und des Budgets keinen Anlass, den Beitrag zu erhöhen.

Alberati macht klar, dass das Kuratorium dem KiFF kantonal einen höheren Stellenwert zuordne als dem Merkker. Es liege an der Stadt Baden zu definieren, was sie an diesem Ort wolle, sagt Alberati und spricht damit den Spagat des Merkker mit seinem soziokulturellen Auftrag - Jugendkultur/Jugendarbeit - an.

Positionierung bei Standortwechsel

Sacha Studer, Leiter Jugendarbeit bei der städtischen Abteilung KJF, weist auf die Vielfalt des Merkker hin. Da sei nebst dem Kulturauftrag ein Bildungsauftrag, die Partizipation der Jugendlichen, die hier im Betrieb Verantwortung übernehmen und eingebunden würden. «Das ist zwar einmalig und sehr schön, erschwert es aber, die kulturelle Bedeutung hervorzuheben», sagt Studer.

Gleichzeitig räumt er aber ein, dass das Merkker wegen dieses soziokulturellen Auftrags in Sachen Kulturförderung etwas zwischen Stuhl und Bank falle. Dies müsse mit dem Standortwechsel des Merkker thematisiert werden, um dieses als Kulturlokal mit überregionaler Bedeutung besser zu positionieren, sagt Studer.

Auch Hans-Ueli Ruch, Leiter Abteilung KJF, könnte sich vorstellen, dass das Merkker vom Kuratorium etwas besser berücksichtigt werden könnte. Neben dem Animationsteil würde dort ein gutes Kulturangebot bereitgestellt, so Ruch.

Intern Gespräche notwendig

Das Merkker sei für die Stadt wichtig als Übungsplattform für junge Veranstalter und Künstler», betont Ressortvorsteherin Daniela Berger. Doch habe die Kulturkommission keinen Überblick über die Förderbeiträge, da diese über die Jugendkultur und die Abteilung KJF laufe.

Laut Berger werde das Merkker auch am neuen Standort mit demselben Konzept funktionieren. Sie erachtet es als wichtig, die Kultur gegenüber dem Kuratorium herauszustreichen. Dazu braucht die Merkker-Gruppe aber die Unterstützung der Stadt, der Jugendkultur und der Kulturförderung. Beim Kuratorium ist man jederzeit gesprächsbereit.

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