Baden
Unverkaufte Esswaren gehen in der Bäderstadt vorwiegend an Hilfswerke

Was die Genossenschaft Migros Zürich erst kürzlich beschloss, ist in Baden schon Standard: Die Grossverteiler geben Lebensmittel, deren Verkaufsdatum abgelaufen ist, schon länger an Hilfswerke ab.

Stefanie Suter
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Lebensmittel mit abgelaufenem Verkaufsdatum müssen nicht zwingend im Abfall landen.

Lebensmittel mit abgelaufenem Verkaufsdatum müssen nicht zwingend im Abfall landen.

az Archiv

Erst kürzlich hat sich die Genossenschaft Migros Zürich verpflichtet, in allen Filialen im Kanton zu prüfen, ob eine Abgabe von Tagesfrischprodukten nach Ladenschluss an Hilfsorganisationen möglich ist.

In Baden unterstützen die Grossverteiler schon länger Hilfswerke mit Lebensmitteln, die sie nicht mehr verkaufen können, deren Mindesthaltbarkeitsdatum aber noch nicht erreicht ist.

Migros unterstützt «Hope»

Die Genossenschaft Migros Aare verpflichtet ihre Filiale, je nach Standort unterschiedliche Hilfswerke zu unterstützen. In Baden wird das christliche Sozialwerk Hope unterstützt. Die Schweizer Tafel, ein Projekt der Stiftung Hoffnung für Menschen in Not, sammle die Nahrungsmittel ein, die nicht mehr rechtzeitig verkauft werden konnten, erklärt Susanne Steimer.

Konsumenten verursachen am meisten Lebensmittelabfall

Wie die Stiftung Word Wildlife Fund (WWF) Schweiz auf ihrer Homepage schreibt, sind es vor allem die Konsumenten, die einen grossen Teil der Essensabfällen verursachen, nicht der Detailhandel oder die Restaurantküchen. «Es ist nicht im Interesse von Grossverteilern, Esswaren wegzuwerfen», sagt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Genossenschaft Migros Aare. Von allen Esswaren würde die Migros 98.7 Prozent verkaufen oder an Hilfswerke abgeben, während 1.1 Prozent als Tierfutter, Biogas oder Kompost verwertet werden. «Nur 0.2 Prozent unserer Food-Produkte landen im Abfall», erklärt Bauer. In einem Artikel der «Limmattaler Zeitung» wird berichtet, dass der Bund dieses Thema angehen und Lösungen zur Reduktion von Abfällen entwickeln will. Dies soll zusammen mit Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft angegangen werden. Ergänzend zu privaten Initiativen werden verschiedene Themen aufgegriffen: Die Datierung von Nahrungsmitteln, Bildung, Sensibilisierung und Information der Bevölkerung sowie die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vertiefen. Resultate sollen im Frühling 2014 vorliegen.

Sie ist Personalverantwortliche beim Hope. «Wir kochen zusammen für unser Restaurant und bieten den Langzeitarbeitslosen und Renten-Bezügern Beschäftigung, gesunde und vollwertige Nahrung, Gesellschaft und erklären, wie man mit Lebensmittel umzugehen hat», erklärt Steimer.

«Ohne diese Lebensmittel könnten wir ihnen diese sinnvolle Tagesstruktur nicht anbieten.» Indem für das Restaurant gekocht wird, entstehe eine Situation wie auf dem Arbeitsmarkt. Vier Mal pro Woche werde das Hope beliefert.

Von Manor an «Tischlein deck dich»

Die Badener Manor-Filiale unterstützt den Verein «Tischlein deck dich», der regelmässig Esswaren an Menschen abgibt, die unter dem Existenzminimum leben. In Baden verteilen sechs Freiwillige jeden Mittwoch in Räumlichkeiten der reformierten Kirchgemeinde Essen an 40 bis 50 Bezüger.

«Wir geben vor allem Obst und Gemüse ab», erklärt Elle Steinbrecher, Mediensprecherin von Manor. Diese Produkte könnten nach Gesetz weitergeben werden, da sie kein Mindesthaltbarkeitsdatum hätten. Andere Produkte würden kaum übrig bleiben.

Derweil werde die Badener Filiale von Coop, der mit der Schweizer Tafel zusammenarbeitet, nicht angefahren, erklärt die Mediensprecherin Stephanie Weiss. In der Region würden aber einige Filialen dem Hilfswerk Lebensmittel abgeben, deren Verkaufsdatum abgelaufen ist. «Die Initiative, welche Verkaufsstelle einbezogen wird, geht von der Schweizer Tafel aus», erklärt Weiss.