FC Baden

Urin-Affäre: FC Baden gibt Details aus interner Untersuchung bekannt

Reto Felder reichte eine Anzeige gegen den unbekannten Täter ein.

Reto Felder reichte eine Anzeige gegen den unbekannten Täter ein.

Ein Zuschauer urinierte letzte Woche in die Trinkflasche des Gästegoalies Reto Felder. Nun gibt der FC Baden Details zum Ablauf des Spiels bekannt und kündigt neue Sicherheitsmassnahmen an.

Beim 3:2-Sieg des FC Baden gegen den FC Muri vor einer Woche urinierte ein Zuschauer in die Trinkflasche des Gästetorhüters – dieser trank daraus und reichte eine Anzeige gegen Unbekannt ein.

Der unappetitliche Vorfall sorgte europaweit für Schlagzeilen: «Urin-Skandal im Schweizerischen Fussball», titelte «Spiegel Online». Auch Zeitungen in Grossbritannien, Frankreich und in der Türkei berichteten.

Täter droht Stadionverbot

Der FC Baden hat inzwischen eine interne Untersuchung abgeschlossen. Der Täter konnte zwar noch nicht ermittelt werden, aber neue Details zum Vorfall sind bekannt geworden.

Auf der Vereins-Website schreibt der Vorstand, die Untersuchung habe folgenden Ablauf ergeben: «65. Minute: Ein Fan zieht mit der Fahne die Trinkflasche des Goalies zur Bande. Auf einer späteren Bildeinstellung ist die Flasche weg.» 70. Minute: «Die Flasche liegt wieder neben dem Tor.» 82. Minute: «Der Muri-Torhüter trinkt aus der Flasche.»

Der FC Baden hat sämtliche Beweismittel der Kantonspolizei übergeben, welche ermittle. «Wir warten auf die Ergebnisse. Wenn der Täter ermittelt wird, erwartet ihn ein Stadionverbot. Wir distanzieren uns in aller Form und halten fest, dass kein einziges Mitglied des FC Baden etwas falsch gemacht hat, es war insbesondere kein Balljunge involviert», teilt der Vorstand mit.

Neue Sicherheitsmassnahmen

Muri-Trainer Beat Hubeli hatte nach dem Spiel scharfe Kritik geübt. Jedes Spiel gegen Baden sei ein Hoch-Risiko-Spiel; Baden müsse einen Security hinters gegnerische Tor stellen, damit so etwas nicht mehr vorkomme.

Der Vorstand des FC Baden kündigt jetzt erhöhte Sicherheitsmassnahmen an: «Der Vorstand ist bestrebt, ein ideales Umfeld für Vereinsmitglieder und Zuschauer zu schaffen und ergreift erweiterte Massnahmen für die Zukunft. Wir werden die Fanarbeit und die Sicherheitsmassnahmen im Sektor der ‹Badener Jungs› verstärken.» Über Details wolle man bewusst keine Auskünfte erteilen.

Baden-Präsident Thomi Bräm bezeichnete den Vorfall in einem Interview als massiven Verstoss gegen den Fairplay-Gedanken: «Diese sogenannten Fans schaden dem Verein enorm.» Der FC Baden betreibe einen Sicherheitsaufwand wie kein zweiter Verein in der 1. Liga, auch diese Kosten seien ein Problem.

Heute will der FC Baden mit einem Sieg auswärts beim USV Eschen/Mauren wieder für positive Schlagzeilen sorgen.

Urin-Skandal beim FC Baden.

Urin-Skandal beim FC Baden.

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