In Würenlos läuft der Abstimmungskampf über einen Projektierungskredit für Sportanlagen auf dem Gebiet Tägerhard auf Hochtouren (az von Dienstag). Befürworter des 160 000-Franken-Kredits bezichtigen die Gegner, in der Abstimmungsvorlage mit falschen, ja gar «abenteuerlichen» Zahlen zu argumentieren. Diese wiederum kontern und sprechen stattdessen von einem «lausigen Finanzierungsplan.»

Fredy Strasser, Vorstandsmitglied des Sportvereins Würenlos (SVW), sagt: «Die Meinungen im Dorf sind festgefahren; wir hoffen vor allem auch, die Neuzuzüger zu mobilisieren und für das Projekt zu gewinnen.» Jetzt meldet sich auch noch ein prominenter Wegzüger zu Wort. «Würenlos sollte sich das leisten; ich finde es falsch, auf Kosten der Jugendlichen zu sparen», sagt der ehemalige Fussballspitzenschiedsrichter Urs Meier. Er selber sei auch auf dem Sportplatz gross geworden. Meier: «Die Gemeinde sollte begreifen, dass dies ein gutes Projekt ist.»

Finanzen dramatisch dargestellt

Weil es um die Gemeindefinanzen nicht gut steht – die Pro-Kopf-Verschuldung ist die höchste im Bezirk –, hat der Gemeinderat den Projektierungskredit an der letzten Gemeindeversammlung zur Ablehnung beantragt. Mit 144 Ja zu 108 Nein wurde der Kredit aber angenommen, worauf die FDP und die SVP das Referendum ergriffen. Am 28. September findet nun die Referendumsabstimmung statt.

Daniel Zehnder, Mitglied der Planungskommission und der Sportkommission Würenlos, anerkennt zwar, dass die Gemeindefinanzen angespannt sind. «Doch das Finanzloch der Gemeinde, über das zurzeit lamentiert wird, ist in einer Gesamtbetrachtung deutlich weniger dramatisch als vom Gemeinderat dargestellt.» Deshalb habe das sorgfältig ausgearbeitete, auf die Zukunft ausgerichtete Projekt in Würenlos durchaus seinen Platz. «Mit Zuwarten sparen wir gar nichts und lösen auch keine Probleme. Wir können uns das Projekt leisten, wenn wir wollen», ist Zehnder überzeugt.

Vorlage als einseitig kritisiert

Er will vor allem den Vorwurf des «lausigen Finanzierungsplans» nicht auf sich sitzen lassen. «Die Frage ist doch, wessen Aufgabe das gewesen wäre.» Für Zehnder liegt die Antwort auf der Hand: «Die Gemeinde, die das Projekt während Jahren forciert und vorbereitet hat, sowie unterstützend die Finanzkommission hätten ein Auge darauf haben müssen.»

Zehnder stört sich grundsätzlich daran, dass die Argumente der Befürworter in der Abstimmungsvorlage nur marginal in einem kurzen Aufwisch erwähnt werden, während der Gemeinderat und das Referendumskomitee ihre ablehnende Haltung auf ganzen drei Seiten darlegen können. Gemeindeammann Hans Ulrich Reber sagt dazu: «Weil es sich um eine Referendumsabstimmung handelt, sind wir rechtlich nicht dazu verpflichtet, den Befürwortern – die ja die Abstimmung an der Gemeindeversammlung für sich entschieden – ausführlich zu Wort kommen zu lassen.» Zehnder kann mit dieser Argumentation wenig anfangen: «Wir hätten es geschätzt, wenn wir für eine Stellungnahme angefragt worden wären.» Weil dies nicht passierte, haben die Befürworter – allen voran der Sportverein Würenlos – die Flucht nach vorne angetreten: Mit einem Flugblatt versuchen sie, die Bevölkerung für ihr Anliegen zu gewinnen.

Reber: «Noch ein fiktiver Betrag»

Nebst allerlei Fakten hält das Flugblatt fest, dass zwar über einen Projektierungskredit von 160 000 Franken abgestimmt wird, der Einwohnergemeinde aber am Schluss nur Kosten von rund 40 000 Franken verbleiben. Dies, weil der SVW 40  000 Franken beisteuern will und die Ortsbürger und die Werke 80 000 Franken an die Projektierung der Erschliessung zahlen sollen. Laut Gemeindeammann Reber Augenwischerei: «Dieser Beitrag von 80 000 Franken von den Ortsbürgern und den Werken ist noch ein fiktiver Betrag und muss von der Ortsbürgergemeinde erst noch bewilligt werden.»

«Das trifft nur bedingt zu», entgegnet Zehnder. «Die Ortsbürger werden zwar in der Tat darüber abstimmen müssen, ob sie eine Erschliessung des Gebiets Tägerhard wollen.» Davon sei aber auszugehen, wie die Ortsbürger immer wieder bekräftigt hätten. «Wenn sie der Erschliessung zustimmen, dann ist mit Projektierungskosten von knapp 100 000 Franken zu rechnen», erklärt Zehnder. Und da vor allem die Ortsbürger von der Erschliessung profitieren würden, sei mit einem Anteil von rund 80 000 Franken Projektierungskosten zu rechnen, den die Ortsbürger und die Werke zu tragen hätten. «Insofern ist die aufgeführte Zahl sehr konkret und sicher keine Augenwischerei.»