Spreitenbach

Ursi Spaltenstein arbeitet jetzt mit Pinsel statt Mikrofon

Ursi Spaltenstein arbeitet jetzt mit Pinsel statt Mikrofon

Ursi Spaltenstein arbeitet jetzt mit Pinsel statt Mikrofon

Sie ist um die halbe Welt gereist und war als Moderatorin, Webdesignerin und Künstlerin tätig. Jetzt zeigt Ursi Spaltenstein ihre Bilder in der Spreitenbacher Gemeindegalerie.

«Ich bin schon ein wenig nervös», sagt Ursi Spaltenstein, ehemalige Fernseh- und Radiomoderatorin. Das darf sie auch sein, bestreitet sie doch ihre erste Bilderausstellung «Unterwegs» in der Gemeindegalerie Spreitenbach. «Ein Bild müsste ich noch fertigstellen», sagt die 54-Jährige.

60 andere stehen in ihrem Atelier in Spreitenbach bereit. Seit fünf Jahren malt Ursi Spaltenstein. Kreativ tätig war sie jedoch ihr ganzes Leben lang.

Mit verlottertem Haus fing es an

Den Grundstein für ihr kreatives Schaffen legte sie während ihrer Tätigkeit als Hochbauzeichnerin. «Berufsbegleitend habe ich die Kunstgewerbeschule besucht.» Freunde rieten ihr, Richtung Fotografie zu gehen, doch sie zog es vor, erst einmal handwerklich tätig zu sein.

Sie setze ein altes Häuschen in Umiken wieder instand. «Beim Hämmern und Klopfen hörte ich Radio 24 und wusste: Das will ich auch machen.» Gesagt, getan.

Kurz darauf gehörte die Zürcherin zum Piratensender-Team, das die ersten Jahre aus Como sendete. «Das war ein einmaliges Erlebnis», skizziert sie die intensivste Zeit ihres Lebens.

Unter anderem zeichnete sie damals für das Sendegefäss Sternschnuppe verantwortlich. Auch das Fernsehen zeigte Interesse, bot ihr an, die Sendung Sonntagsmagazin zu moderieren, was sie fünf Jahre lang tat.

Durch all ihre Radio- und TV-Beiträge zum Thema Esoterik avancierte sie zum «Esoterik-Ursi». So erstaunt nicht, dass Eynar Grabowsky vom Bernhardtheater in Zürich sie eines Tages anfragte, ob sie nicht in seiner esoterischen Reihe auftreten wolle. Sie wollte.

Und nachdem sie von Vortragsbesuchern gebeten wurde, Kurse zu geben, war das nächste Betätigungsfeld von Ursi Spaltenstein geboren.

«Innerhalb von fünf Tagen gab ich meinen ersten Kurs», erinnert sie sich. Die Kurse liefen so gut, dass es ihr irgendwann zu viel wurde. «Ich brauchte eine Auszeit.»

Spaltenstein verkaufte ihr Hab und Gut und zog nach Thailand. Nicht wenige dachten, dass sie den Rest ihres Lebens dort verbringen würde. Doch weit gefehlt, nach einem Jahr stand sie wieder da. «Welche Möglichkeiten einem hier offen stehen, lernt man erst schätzen, wenn man sie nicht mehr hat», zieht sie Bilanz.

Kampf den Computerviren

Wieder in heimischen Gefilden nahm sie sich einem neuen Steckenpferd an – dem Internet. Tag und Nacht habe sie sich mit diesem Thema auseinandergesetzt, habe einen Computer auseinandergenommen und einen anderen so lange mit Viren infiziert, bis sie wusste, wie man ihnen Herr werden kann.

Webdesign by Ursi Spaltenstein war geboren. Das bietet sie auch heute noch an – die Malerei betreibt sie hobbymässig. Doch wie bei allem kniet sich Ursi Spaltenstein auch beim Malen voll hinein.

Das Resultat lässt sich sehen. Blumenmotive und Landschaften in Öl, Abstraktes in Acryl und Mischtechnik sowie filigrane Kalligrafie. Eine der Tinten für die Kalligrafie stellt sie – wenn erstaunt es – aus Baumnussschalen selber her.

Vernissage von «Unterwegs» am 15. 3., 19 bis 21 Uhr. Dauer bis am 30. April, Gemeindegalerie Spreitenbach.

Meistgesehen

Artboard 1