Ennetbaden
Valérie Schneider: «Ich werde wohl nie einen Oscar erhalten»

Schauspielerin Valérie Schneider hatte ihren Durchbruch mit der Serie «Best Friends». Nun stand sie zum ersten Mal hinter der Kamera und hat einen Kurzfilm gedreht.

Yvonne Lichtsteiner
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Schauspielerin Valérie Schneider spielt seit vier Jahren in der SF-Serie «Best Friends» die modeverrückte Fiona.zvg

Schauspielerin Valérie Schneider spielt seit vier Jahren in der SF-Serie «Best Friends» die modeverrückte Fiona.zvg

«Ich werde wohl nie einen Oscar erhalten», sagt Valérie Schneider lachend. Die Jungschauspielerin aus Ennetbaden macht sich keine Illusionen. Ihr Ziel sei es auch nicht, sich in die Riegen der Hollywoodschauspieler einzureihen. «In der Schweiz und Deutschland gibt es genauso viele talentierte Künstler, es muss nicht immer gleich Hollywood sein.» Und trotzdem, sie ist überzeugt: «Ich bin Realist, greife aber trotzdem gerne nach den Sternen.» Und vielleicht werde es irgendwann ja einmal ein anderer Preis, sagt sie mit funkelnden Augen.

Vor vier Jahren hat sich Schneider beim Casting für die Schweizer Jugendserie «Best Friends», die momentan auf SF1 ausgestrahlt wird, angemeldet. Aus Hunderten von Jugendlichen wurde sie prompt ausgewählt. Heute ist die Frohnatur aus Ennetbaden vom Hauptcast kaum mehr wegzudenken.

Zürich – Berlin – London

«In der Serie ‹Best Friends› spiele ich die quirlige, modebewusste, 15-jährige Fiona», erzählt Schneider. In Wahrheit ist sie 24 Jahre alt, steht mit beiden Beinen im Leben und will sich als seriöse Schauspielerin einen Namen machen. Deshalb jettet die knapp 1,60 Meter grosse Schneider regelmässig von Zürich nach Berlin und London, um sich neuen Projekten zu widmen. Ihr Gastauftritt in der deutschen Soap «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» (GZSZ) sei dabei ein besonderes Highlight gewesen. Sie habe einen straffen Zeitplan, erzählt Schneider. «Viel Zeit um sich auszuruhen gibt es da nicht.» Von morgens bis abends zu drehen und danach Texte zu lernen, gehe an die Substanz. Dennoch, sie ist zufrieden. «Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen.» Sie wolle sich deshalb stetig weiterentwickeln, lernen – in allen kreativen Bereichen.

Das erste Mal hinter der Kamera

Genau dies hat sie sich zu Herzen genommen und stand für einmal nicht vor, sondern hinter der Kamera. Sie hat gerade ihren ersten Kurzfilm gedreht – eine völlig neue Erfahrung, wie sie erzählt. Der Film mit dem Titel «49/51» sei aus Eigenregie entstanden. Sie habe sich gefragt, wie viele Gute und wie viele schlechte Menschen es auf der Welt wohl gebe. «Es sind – für mich persönlich – 49 Prozent gute und 51 Prozent schlechte Menschen.» Schneider ist der Überzeugung, gute Menschen müsse man sich gezielt aussuchen, Schlechte würden sowieso irgendwann ins Leben treten. Wieso so pessimistisch? «Ich hatte eine schöne Kindheit», gibt Schneider lachend zu verstehen. Aber aus Erfahrung – durch das viele Reisen und Treffen verschiedenster Menschen – sei sie letztlich zu diesem Schluss gekommen. Übrigens: Sie wolle ihren Kurzfilm an verschiedenen Festivals in der Schweiz einsenden.

«Ich will im Tatort mitspielen»

Ausruhen auf ihren Lorbeeren wird sich Schneider mit Bestimmtheit nicht. «Ich investiere sehr viel Energie und Kraft in meine Arbeit.» Sie habe noch einiges vor, dennoch schaut sie ihrer Zukunft eher gelassen entgegen. Sie lebe nach dem einfachen Prinzip: «Wenn sich eine Tür schliesst, dann öffnet sich eine andere.» Und eben erst hat Schneider einen weiteren Kurzfilm gedreht. «Ich bin mit einem Tänzer von Rihanna vor der Kamera gestanden», erzählt sie stolz. Ihr Traum sei allerdings einmal als Ermittlerin in einem Tatort mitzuspielen. «Das hat aber noch Zeit», sagt Schneider.

Den Kurzfilm «49/51» finden sie unter: www.valerieschneider.ch«Best Friends» läuft immer von montags bis freitags um 16.55 Uhr auf SF1.